Ägypten stationiert Truppe
Palästinenser verschleppen Journalisten

Militante Palästinenser haben am Samstag im Gazastreifen einen italienischen Journalisten entführt. Wie aus palästinensischen Polizeikreisen verlautete, verschleppten die Maskierten den Reporter in der Ortschaft Deir al-Balah, südlich der Stadt Gaza.

HB GAZA/KAIRO. Die italienische Regierung erklärte, der Entführte sei Lorenzo Cremonesi von der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“. Unterdessen begann Ägypten mit der Verlegung von Truppen an die Grenze zwischen der Sinai-Halbinsel und dem Gazastreifen. Erste Soldaten seien am Samstag in dem Gebiet eingetroffen, verlautete aus ägyptischen Sicherheitskreisen. Der Beginn der eigentliche Stationierung werde für Sonntag erwartet, hieß es. Anfang des Monats hatten Israel und Ägypten die Stationierung von 750 ägyptischen Soldaten entlang der 14 Kilometer langen Südgrenze des Gazastreifens vereinbart. Sie sollen die Grenzsicherung nach dem Abzug der israelischen Truppen übernehmen.

Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete, die eigentliche Stationierung der Ägypter habe noch nicht begonnen, weil die Israelis am Samstag nur drei ihrer fünf verbliebenen Wachtürme geräumt hätten. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte am Freitag gesagt, der Rückzug der israelischen Armee könne bis Montag oder Dienstag abgeschlossen werden. Die ägyptischen Grenzsoldaten sollen vor allem das Einschmuggeln von Waffen in den Gazastreifen verhindern.

Der Hintergrund der Entführung des Italieners blieb zunächst unklar. Der Journalist wurde zusammen mit seinem Fahrer und seinem Dolmetscher verschleppt. Die beiden Palästinenser wurden aber wenig später freigelassen. Palästinensische Regierungsstellen begannen Verhandlungen, ohne Details bekannt zu machen. In der Region von Deir al-Balah hatten in den Stunden zuvor Kämpfer der Al-Aksa-Brigaden, eines bewaffneten Flügels der regierenden Fatah-Organisation, demonstriert und Straßen blockiert. Sie hatten staatliche Arbeitsplätze gefordert.

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