Ärzte haben Zweifel an natürlicher Todesursache
US-Armee untersucht Tod von Gefangenen

Der Tod von neun Gefangenen der US-Armee in Irak und Afghanistan wird noch einmal untersucht. Ärzte gehen davon aus, dass sie keines natürlichen Todes starben.

HB BERLIN. Die US-Armee untersucht den Tod von neun irakischen und afghanischen Gefangenen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Demnach hatten Ärzte angeben, die Gefangenen seien nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern getötet worden.

In einem Statement der US-Armee hieß es, die medizinischen Untersuchungen hätten ergeben, dass die Tode der Gefangenen mit dem Einwirken einer anderen Person zusammenhinge. Daraus könne allerdings nicht auf einen kriminellen Hintergrund geschlossen werden. Sechs bis sieben der Fälle ereigneten sich in Irak, zwei in Afghanistan.

Von den neun Todesfällen, die noch untersucht werden, lägen acht im Zuständigkeitsbereich der Streitkräfte, hieß es am Freitag. Einer werde vom Justizministerium untersucht, weil nur CIA-Mitarbeiter betroffen seien.

Ein zehnter Fall von einem getöteten Gefangenen ist bereits untersucht und aufgeklärt. Nach Angaben der US-Armee erschoss ein amerikanischer Soldat im September 2003 einen irakischen Gefangenen, weil er ihn mit Steinen beworfen hatte. Der Soldat wurde für die Tat wegen exzessiver Gewaltanwendung bestraft und aus der Armee entlassen.

Die zehn Fälle sind die schlimmsten, die von der Abteilung zur Untersuchung von Straftaten der US-Armee seit August 2002 untersucht worden sind, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Ein hochrangiger Armeeangestellter sagte ohne namentlich genannt werden zu wollen, es seien insgesamt 37 Todesfälle unter Gefangenen in Irak und Afghanistan von der US-Armee untersucht worden. Abgesehen von den zehn genannten würden die restlichen als natürliche Todesfälle oder gerechtfertigte Tötungen betrachtet, hieß es. In solchen Fällen hätten Soldaten tödliche Gewalt gegen besonders gewalttätige Gefangene eingesetzt.

Die Situation der Gefangenen der US-Armee in Afghanistan soll jetzt von einem ranghohen General untersucht werden, wie die US-Streitkräfte am Samstag mitteilten. Zuständig dafür sei Brigadegeneral Charles Jacoby, der stellvertretende Kommandeur in Bagram, dem Hauptstützpunkt der USA in Afghanistan. Die britischen Behörden prüfen inzwischen weiter, ob gegen einen Soldaten wegen des Todes eines irakischen Zivilisten während der Haft Anklage erhoben soll.

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