Afghanistan
Anschlagsopfer waren deutsche Sicherheitsbeamte

Am Rande der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein Bombenanschlag auf einen Fahrzeugkonvoi verübt worden. Drei deutsche Zivilisten kamen dabei ums Leben. Laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble handelt es sich um Polizeibeamte, die auch den deutschen Botschafter beschützten.

HB KABUL. Der Chefermittler der Kabuler Polizei, Alishah Paktiawal, sagte, von zwei Militärfahrzeugen sei eines bei der Explosion einer Bombe am Straßenrand zerstört worden. Das Fahrzeug habe eine deutsche Flagge getragen.

Die Opfer waren deutsche Polizeibeamte, teilte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wenig später mit. Ein weiterer Beamter wurde verletzt. Die Opfer seien „in Afghanistan im Einsatz zum Schutz unserer dortigen Botschaft und des Botschafters selbst“ gewesen.

Die Beamten sollen Agenturberichten zufolge vom Bundeskriminalamt (BKA) nach Kabul entsandt worden sein. Sie waren offenbar auf dem Weg zu einem Schießstand im Bezirk Bagrami im Osten der afghanischen Hauptstadt.

Augenzeugen vor Ort berichteten, der Konvoi aus zwei deutschen Geländewagen sei auf einer Schotterstraße unterwegs gewesen, als die Bombe explodiert sei. Drei Leichen seien mit Hubschraubern abtransportiert worden. Später seien französische Soldaten mit Antiminengerät und US-Soldaten am Explosionsort eingetroffen. Die afghanische Polizei hielt Journalisten fern.

Die radikal-islamischen Taliban erklärten auf ihrer Homepage, ein ausländisches Militärfahrzeug sei in Bagrami durch einen Sprengsatz der Taliban zerstört worden. Neun Soldaten seien getötet worden. Opferangaben der Taliban bei Anschlägen sind meist deutlich zu hoch. Die Taliban teilten weiter mit, der Anschlagort sei von ausländischen Truppen abgeriegelt worden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte in einer ersten Reaktion auf die Anschläge eine generelle Überprüfung des deutschen Polizeieinsatzes in der Region. „Wir sollten uns sehr genau ansehen, wo Polizeiarbeit angesichts einer zugespitzten Sicherheitslage noch Sinn macht“, sagte der Vorsitzende des GdP-Fachbezirks Bundespolizei, Josef Scheuring, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Der Auslandseinsatz sei auch schlecht organisiert. „Wir sind nicht gut aufgestellt vor Ort. So unkoordiniert wie bisher kann es nicht weitergehen“, sagte Scheuring. Er forderte ein gemeinsames Einsatzzentrum von Bund und Ländern für die Polizei: „Wir benötigen eine Stelle, die Auslandseinsätze permanent führt und begleitet.“

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