Afghanistan
Erneut Proteste gegen Isaf-Truppen

Neue Proteste gegen die Isaf-Schutztruppe: Erneut kam es in der nordafghanischen Provinz zu gewaltsamen Demonstrationen gegen die internationale Schutztruppe. Mindestens drei Menschen wurden verletzt.
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KabulEinen Tag nach einer gewaltsamen Demonstration vor einem Bundeswehrcamp in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Talokan ist es dort zu neuen Protesten gegen die internationale Schutztruppe Isaf gekommen. Rund 200 Demonstranten zogen vor eine Polizeistation, einige warfen Steine und legten Feuer, wie der örtliche Polizeichef am Donnerstag sagte. Mindestens drei Menschen wurden verletzt, als Polizisten in die Luft schossen, um die Demonstration aufzulösen.

Das Camp der Bundeswehr ist nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam von den neuen Unruhen nicht betroffen. Eine Eskalation könne jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Am Vortag waren bei einer ähnlichen Demonstration vor dem Camp der Bundeswehr bis zu zwölf Zivilisten getötet sowie drei deutsche Soldaten und vier afghanische Wachleute verletzt worden. Die deutschen Soldaten wurden verletzt, als Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails warfen.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos seien nach bisherigem Sachstand zur Abwehr von Angriffen Schüsse auch von deutschen Soldaten abgegeben worden. Es habe sich um Warnschüsse beziehungsweise gezielte Schüsse auf die Beine von Gewalttätern gehandelt. Dabei seien vermutlich sieben bis zehn Angreifer verletzt worden. Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass Angreifer durch Schüsse deutscher Soldaten getötet worden seien.

Auslöser der Proteste waren Vorwürfe gegen die Nato-geführte Isaf, sie habe zuvor vier Zivilisten getötet. Nach Isaf-Angaben handelte es sich um Angehörige der terroristischen Islamischen Bewegung Usbekistans.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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