Afghanistan
Sicherheitskonferenz in Kabul beginnt

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Immer wieder erschüttern Anschläge das Land. In diesem Klima der Angst beginnt nun die Friedens- und Sicherheitskonferenz in der Hauptstadt.
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KabulKnapp eine Woche nach einem der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Todesopfer auf 150 gestiegen. Das sagte der afghanische Präsident Aschraf Ghani am Dienstag in Kabul zum Auftakt einer internationalen Friedens- und Sicherheitskonferenz. Der Angriff habe dem gesamten Diplomatenviertel gegolten.

Zuvor hatten Sicherheitskräfte und Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums von rund 90 Toten und 460 Verletzten gesprochen. Eine Lastwagenbombe war am vergangenen Mittwoch in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft mitten im Diplomaten- und Regierungsviertel von Kabul explodiert, hatte aber fast auschließlich afghanische Zivilisten getötet.

Zum Auftakt der internationalen Friedens- und Sicherheitskonferenz hat Ghani die radikalislamischen Taliban vor einem Umsturzversuch gewarnt. Es werde ihnen nicht gelingen, die Regierung zu stürzen, sagte der Präsident am Dienstag.

Afghanistan wirft dem eng mit den Taliban kooperierenden Hakkani-Netzwerk vor, hinter zwei schweren Anschlägen in der vergangenen Woche zu stecken. Bei den Anschlägen in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft sowie bei einem Begräbnis mit hochrangigen Gästen waren am Mittwoch und Samstag mindestens 110 Menschen getötet worden. Als Folge kam es auch zu schweren Spannungen in der Einheitsregierung.

Die Sicherheitslage hat sich in Afghanistan besonders seit dem Abzug der meisten internationalen Truppen Ende 2014 drastisch verschlechtert. Auch deshalb diskutieren Nato-Partner, ob sie wieder mehr Truppen nach Afghanistan schicken sollen. Die Bundeswehr hat derzeit rund 940 Bundeswehrsoldaten im Land (Stand April). Der Einsatz ist immer noch ihr größter weltweit.

Ghani sagte weiter, dass die Zahl der ausländischen Kämpfer in den vergangenen Jahren von 200 auf 11.000 gestiegen sei. Afghanische Sicherheitskräfte schieben schon lange viele Sicherheitsprobleme auf diese ausländischen Kämpfer.

In Afghanistan gibt es immer mehr Gebiete, in denen die Regierung weder Recht noch Ordnung durchsetzen kann. Sicherheitsexperten befürchten, dass diese neuen großen rechtsfreien Räume Al-Kaida-Kämpfern und aus Syrien und dem Irak fliehenden Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine Zuflucht bieten könnten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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