Afghanistan
US-Soldaten kommen bei Angriff auf Nato-Konvoi um

Die Taliban behaupten, bei einem Attentat in Afghanistan 15 ausländische Soldaten getötet zu haben. Offiziell bestätigt ist bislang der Tod zweier US-Soldaten. Ein Augenzeuge habe brennende Militärfahrzeuge gesehen.
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Kabul/KandaharBei einem Selbstmordanschlag auf einen Nato-Konvoi in der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar sind mindestens zwei US-Soldaten ums Leben gekommen. Das gab das Pentagon in Washington bekannt. Die radikalislamischen Taliban, die sich zu der Attacke am Mittwoch bekannten, sprachen hingegen von 15 toten Ausländern.

Der für den Süden Afghanistans zuständige Taliban-Sprecher Kari Jusuf Ahmadi erklärte, bei dem Angriff am Mittwoch seien auch zwei Panzer zerstört worden. Die Extremisten übertreiben oft bei der Schilderung ihrer Taten und bei Opferzahlen.

Der Augenzeuge Ghulam Ali berichtete, es habe eine gewaltige Explosion gegeben. Er habe ein brennendes Militärfahrzeug gesehen, das auf der Straße gestanden habe, sagte der Mechaniker. Nach plötzlichen Schüssen sei er zurück in sein Geschäft geeilt. Anschließend seien Hubschrauber eingetroffen und Soldaten weggetragen worden. Wie schwer ihre Verletzungen waren, konnte er nicht sagen.

Die Nato hat momentan rund 13.500 Militärkräfte in Afghanistan stationiert, die meisten von ihnen Amerikaner. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt, rund 4000 oder noch mehr zusätzliche Soldaten dorthin zu schicken, um stärker gegen die radikalislamischen Taliban vorgehen zu können. Die Provinz Kandahar gilt als Kernland der radikalen Islamisten.

Außerdem ist in Afghanistan auch die Terrormiliz Islamischer Staat aktiv. Sie bekannte sich am Mittwoch über ihr Sprachrohr Amak zu einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in der westafghanischen Stadt Herat am Abend zuvor. Die Zahl der Toten stieg am Mittwoch nach Angaben der Provinzregierung auf 32. 66 Menschen wurden zudem verletzt, als ein Selbstmordattentäter im Inneren des gut besuchten Gotteshauses während der Abendgebete das Feuer eröffnete und anschließend seinen Sprengsatz zündete.

Nach Angaben des IS waren an der Tat zwei Angreifer beteiligt. Sie hätten fast 50 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt, hieß es.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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