Alan Greenspan
Die Fehler der anderen

Der „Magier“ ist zurück: Der legendäre Fed-Chef Alan Greenspan hat sein Buch zur Krise vorgelegt. Er beschreibt, warum die Prognosen versagten und woran die US-Wirtschaft krankt. Seine eigene Rolle aber blendet er aus.
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Da kommt er auf die Bühne, winkend, den Gang leicht gebeugt, schüchtern lächelnd unter tosendem Applaus des Publikums. Alan Greenspan, der Popstar unter den Zentralbankern, ist zu Gast bei der populären US-Comedysendung „Tonight Show“. „Willkommen zurück, Sir“, ruft Moderator Jon Stewart.

Lange war es still gewesen um den 87-jährigen Ex-Chef der US-Notenbank Fed, nun ist er wieder da, und zwar auf allen Kanälen. Der einstige „Magier“ hat ein Buch zu verkaufen: Über seine Sicht auf die Finanzkrise, seine Lehren daraus, wie die amerikanische Wirtschaft funktioniert und wie sie wieder aufblühen kann. Das verspricht Spannung, schließlich wird dem Ökonom, der zwischen 1987 und 2006 die Geldpolitik der wichtigsten Notenbank der Welt verantwortete, eine große Mitschuld an der Finanzkrise und deren Folgen gegeben.

Allein: In „The Map And The Territory“, so der Titel des 388 Seiten starken Werkes, geht Greenspan kaum auf seine persönliche Verantwortung ein. Das einzige, das er zugibt, ist dies: Niemand, also auch die Fed nicht, habe die Finanzkrise, die sich Ende 2008 zur größten Rezession seit den 30er Jahren auswuchs, irgendwie kommen sehen. „Wir geben vor, Dinge voraussagen zu können“, sagt Greenspan, „aber in Wahrheit können wird das nicht“.

Deshalb nun sein Buch. „Ich habe eine Nach-Krisen-Untersuchung angestellt (…), um zu verstehen, wie wir uns alle so täuschen konnten, und was wir in der Zukunft daraus lernen können“, schreibt er. Eine der zentralen falschen Annahmen war demnach, dass sich Menschen rational verhalten im Sinne ihrer langfristigen Interessen. Psychologische Mechanismen wie Herdentrieb oder Optimismus seien vernachlässigt worden. So habe man es lange nicht für möglich gehalten, dass etwa Bankmanager Spekulationsrisiken eingehen würden, die die Existenz ihrer eigenen Firma bedrohen. Irrationales Handeln, so Greenspan in einer nicht gerade neuen Erkenntnis, sei nicht nur weit verbreitet, sondern von der Wissenschaft vorhersehbar – und müsse deshalb viel stärker in Prognosemodelle eingebaut werden.

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