Alarmstimmung nach neuem Attentat
Libanesischer Industrieminister ermordet

Der libanesische Industrieminister und Syrien-Kritiker Pierre Gemayel ist getötet worden. Im Christenviertel Sin al-Fil nahe der Hauptstadt Beirut beschossen Unbekannte sein Fahrzeug. Das Attentat hat die politische Krise im Libanon nochmals dramatisch verschärft.

HB BEIRUT/KAIRO. Nach Angaben der Polizei wurde Gemayel, der zum anti-syrischen Lager von Ministerpräsident Fuad Siniora gehörte, in dem christlichen Vorort Dschdeide von mehreren Schüssen getroffen, die aus einem vorbeifahrenden Auto abgegeben wurden. Der Täter konnte entkommen. Zwei Leibwächter des Politikers, der Mitglied der Kataeb-Partei war, wurden bei dem Angriff schwer verletzt.

In aller Welt wurde das Attentat auf das schärfste verurteilt. In die Stellungnahmen mischte sich die Sorge um die Stabilität im Libanon. Mehrere libanesische Verbündete des getöteten Ministers machten bereits kurz nach dem Attentat die syrische Führung für den Mord verantwortlich. Saad Hariri, der neben Siniora und Drusenführer Walid Dschumblatt zu den wichtigsten Führungspersönlichkeiten der anti-syrischen Fraktion gehört, sagte: „Das ist die Tat eines feigen Regimes.“

Hunderte von Anhängern Gemayels versammelten sich zu spontanen Protestaktionen vor dem Mar-Josef-Krankenhaus, in das Gemayel gebracht worden war, sowie vor dem Haus seiner Familie in Ost-Beirut. Gemayel war maronitischer Christ und jüngstes Mitglied des Kabinetts. Er entstammte einer Politiker-Dynastie und war der Sohn von Ex-Präsident Amin Gemayel.

Der Vater rief die Anhänger der Kataeb-Partei zur Besonnenheit auf und warnte vor verantwortungslosen Racheakten. „Pierre Gemayel ist als Märtyrer für eine Sache gestorben, die diejenigen, die ihn liebten, und denen die Freiheit im Libanon am Herzen liegt, weiterhin unterstützen sollen“, sagte Amin Gemayel.

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