Amoklauf
Israeli erschießt vier Menschen und wird erschlagen

In der nordisraelischen Region Galiläa hat ein israelischer Siedler in einem Bus vier Menschen erschossen und 22 weitere, vorwiegend Araber, verletzt. Bewohner des hauptsächlich von Palästinensern besiedelten Ortes Schfaram stürmten den Bus und erschlugen den Schützen.

HB JERUSALEM. „Es war offenbar jüdischer Terror gegen Araber“, sagte ein Polizeisprecher. Die militante Hamas drohte Vergeltung für den schwersten Übergriff eines radikalen Israelis seit 1994 an, als 29 Palästinenser getötet wurden. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon bezeichnete die Tat als „sündigen Akt eines blutrünstigen Terroristen“. Die Regierung schickte Truppen in den Norden Israels, um weitere Gewalt zu verhindern.

Nach Angaben der Armee war der Mann „mit problematischem Hintergrund“ desertiert. Nach Medienberichten soll er 19 Jahre alt gewesen sein. Der Polizei zufolge handelt es sich bei ihm um einen Siedler aus dem Westjordanland. Er habe es abgelehnt, an der in zwei Wochen geplanten Räumung der Siedlungen im Gaza-Streifen teilzunehmen.

In einer Erklärung des Büros von Scharon hieß es: „Dieser terroristische Zwischenfall ist ein vorsätzlicher Versuch, das Verhältnis unter den Bürgern Israels zu schädigen“. Terror unter Zivilisten sei das gefährlichste für Israels Zukunft und seine demokratische Stabilität. Rund 20 Prozent der Menschen in Israel sind Araber. Der palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat warnte, die Schießerei sei eine gefährliche Entwicklung. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass dadurch nicht der Abzug aus dem Gaza-Streifen gefährdet werde.

Sicherheitsexperten hatten davor gewarnt, dass militante Gegner des für Mitte August geplanten Abzugs aus dem Gaza-Streifen Palästinenser angreifen könnten, um den Konflikt anzuheizen und so Scharons Räumungsplan zunichte zu machen. Die Abzugsgegner versuchen seit Wochen mit Protestaktionen Stimmung gegen die Räumung der jüdischen Siedlungen zu machen. Die Regierung hat einige Ultra-Nationalisten beschuldigt, vor dem Abzug Gewalt zu schüren. Gemäßigte Anführer der Siedler verurteilten die Tat: „Solche Vorfälle können nicht Teil des demokratischen Kampfes in Israel sein“, sagte einer von ihnen.

Israel will in rund zwei Wochen mit der Räumung der Siedlungen im Gaza-Streifen beginnen. Dort leben etwa 8500 Siedler vom Militär schwer bewacht unter 1,4 Millionen Palästinensern.

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