Analyse zur Griechenland-Politik
Nichts gelernt

PremiumIn der Griechenland-Krise kommen die falschen Mittel zum Einsatz. Ein moderater Schuldenerlass wäre für alle Beteiligten das weitaus geringere Übel als ein möglicher Grexit, der fatale Folgen für die EU hätte.

Im November 2003 hatte der ehemalige deutsche Finanzminister Hans Eichel gezeigt, warum der „Deal” zwischen Griechenland und seinen Gläubigern höchstwahrscheinlich scheitern wird. Als er damals versuchte, dem Druck auf Deutschland zu begegnen, in einer wirtschaftlichen Rezession schärfere fiskalpolitische Sparmaßnahmen einzuführen, schrieb er in einem Gastkommentar in der „Financial Times“: „Eine Politik, die lediglich darauf zielt, kurzfristig quantitative Konsolidierungsziele zu erreichen, läuft Gefahr, nicht nur das Wachstum zu bremsen, sondern darüber hinaus die Verschuldung auszuweiten.“

Eichels Theorem lässt erwarten, dass die neue griechische Regierung nicht in der Lage sein wird, die fehlende Logik des Gläubigerprogramms auszugleichen – auch wenn es sich...

 
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