Analysten sehen Tiefpunkt überschritten
Chinas Wirtschaft meldet guten Jahresstart

Mitten in der Krise meldet China positive Konjunkturdaten. Einige Analysten sehen bereits das Ende des Abschwungs in der wichtigsten Exportnation Asiens. „Es gibt eine Reihe von Anzeichen, dass die Konjunktur den Tiefpunkt erreicht hat“, sagt Tao Dong, Chef-Asien-Ökonom bei Credit Suisse in Hongkong.

PEKING. Das wäre vor allem für die deutsche Wirtschaft ein gutes Signal, die stark auf Exporte nach China setzt. Doch nicht alle Analysten sind so optimistisch. Zwar ist zum Jahresbeginn der Einkaufsmanagerindex überraschend um 4,1 auf 45,3 Punkte gewachsen. Doch ein Wert unter 50 bedeutet noch immer einen Rückgang, so die Skeptiker. „Die Tatsache, dass der Einkaufsmanagerindex den Boden erreicht hat, ist ermutigend. Das sollte jedoch nicht als Anzeichen für eine Erholung interpretiert werden“, sagt etwa Eric Fishwick, Leiter Konjunkturanalyse bei CLSA in Hongkong. Das Ausmaß der Schrumpfung sei nach wie vor beträchtlich. Fishwick: „Dies spiegelt die sich rasch verschlechternden Marktbedingungen und die Angst vor einem tieferen Konjunkturabschwung wider.“

Dass das Barometer jedoch schon den zweiten Monat in Folge zulegt, nachdem es im November auf ein Rekordtief gefallen war, bestätigt nach Ansicht der Deutschen Bank einen Aufwärtstrend für Chinas Konjunktur. Und Credit Suisse weist darauf hin, dass vor allem die Neuaufträge in den Bereichen Maschinenbau, Transport und Stahl zugelegt haben. Das zeige, dass die Konjunkturprogramme der chinesischen Regierung bereits greifen „und Auswirkungen in den Auftragsbüchern zeigen“, so Tao Dong.

Ma Jun, China-Ökonom bei der Deutschen Bank in Hongkong, rechnet nun damit, dass Peking auf die Zinsbremse treten wird. „Die Zinsen sind nicht mehr so wichtig“, sagt der Ökonom, die jüngsten Zinssenkungen hätten ihr Ziel erreicht. Wie das amtliche „China Securities Journal“ berichtete, haben im Januar chinesische Banken die Rekordsumme von rund 137 Mrd. Euro an Krediten vergeben.

Vor allem die großen Staatsbanken pumpen auf Wunsch der Regierung wieder Milliarden in die chinesische Wirtschaft, berichtet die Zeitung. Die Geldmenge habe darum im Januar sogar über den Vorgaben der Notenbank gelegen. Die Kredite seien vor allem für Eisenbahnen, Autobahnen, Flughäfen und Stromnetze vergeben worden.

Das Konjunkturprogramm der Regierung beginne zu wirken, sagte auch Chinas Notenbankchef Zhou Xiaochuan. Das ist erstaunlich schnell, denn das 450 Mrd. Euro-Förderpaket für die heimische Wirtschaft war erst im November verkündete worden. Chinas Wirtschaftswachstum hatte sich im dritten Quartal von neun auf 6,8 Prozent abgeschwächt. Die Exporte waren im Dezember so stark wie seit fast zehn Jahren nicht mehr gefallen, außerdem erlebte der Bausektor einen rapiden Einbruch.

China versucht darum mit aller Kraft den Einbruch abzubremsen, da der Konjunkturrückgang bereits 20 Millionen Wanderarbeitern den Job gekostet hat und eine weitere Arbeitslosenwelle erwartet wird. Vor allem in Chinas Küstenregionen haben bereits Tausende von Fabriken mangels Nachfrage geschlossen.

Doch in der globalen Krise steht China noch immer relativ gut da. Trotz eines starken Absatzrückgangs am Pkw-Markt wurden im Januar erstmals mehr Fahrzeuge in China verkauft als in den USA. Und Pekings Führung plant bereits neue Konjunkturpakete, um dieses Jahr ein Wachstum von acht Prozent zu erreichen.

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