Angriffe in Syrien
Israel entzürnt Hisbollah mit Attacken auf Kämpfer

Israel fühlt sich eingekesselt, denn in Syrien und im Irak verbreitet der IS seinen Schrecken. Nun greift Israel durch und tötet libanesische Hisbollah-Kämpfer in Syrien. Die Gruppe warnt Israel vor weiteren Schritten.

BeirutIsrael hat nach Darstellung der radikalislamischen Hisbollah-Miliz sechs ihrer Kämpfer im syrischen Teil der Golanhöhen angegriffen und getötet. Dies meldete die schiitische Organisation am Sonntagabend über ihren Sender Al-Manar im Libanon. Der Sender warnte, Israel spiele mit dem Feuer und gefährde die Sicherheit im ganzen Nahen Osten. Hisbollah-Angehörige in Dörfern und Städten entlang der Grenze zu Israel wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah hatte am Donnerstag gewarnt, israelische Angriffe auf die Hisbollah würden vom Iran, Syrien und der Hisbollah gemeinsam gerächt.

Unter den Getöteten sind wohl auch drei Kommandeure, nach Angaben eines Hisbollah-Vertreters auch der Anführer Dschihad Mughnijeh, der Sohn des 2008 in Damaskus getöteten Hisbollah-Funktionärs Imad Mughnijeh. Auch hinter dessen Tod vermutet die Hisbollah Israel. Bei dem Angriff am Sonntag soll auch der hohe Hisbollah-Funktionär Mohammed Issa umgekommen sein. Israel kommentierte die Meldungen nicht.

Der Vertreter der Hisbollah sagte, Israel habe in der Region Masrat al-Amal im syrisch kontrollierten Teil der Golanhöhen zwei Fahrzeuge mit Hisbollah-Kämpfern angegriffen. Diese hätten dort Stützpunkte inspiziert. Israelische Hubschrauber sollen Raketen auf sie abgefeuert haben. Die Region liegt nahe der von Israel kontrollierten Grenze. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und staatliche syrische Medien meldeten den israelischen Angriff.

Die Hisbollah kämpft an der Seite der Regierungstruppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, den Rebellen seit 2011 zu stürzen versuchen. Dschihad Mughnijeh soll der höchstrangige Hisbollah-Kämpfer sein, der in Syrien umkam.

Israel und die Hisbollah hatten 2006 einen verheerenden Krieg gegeneinander geführt, seither eine direkte Konfrontation aber vermieden. Am Donnerstag betonte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah jedoch, die Raketen der Gruppe könnten jede Region Israels erreichen. Zudem drohte Nasrallah mit einer Invasion Nordisraels im Falle eines weiteren bewaffneten Konflikts.

Seit Beginn des Kriegs in Syrien hat Israel mehrfach Ziele dort angegriffen, darunter Waffenlieferungen an die Hisbollah. Zuletzt attackierten israelische Kampfjets im Dezember Ziele nahe dem Flughafen von Damaskus sowie nahe einer Stadt an der Grenze zum Libanon.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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