Ankara reagiert auf Medienberichte
Türkei prüft Vorwürfe der BND-Spitzelei

Offiziell schweigt der BND ebenso wie die Bundesregierung. Doch dass der Geheimdienst laut Medienberichten seit 2009 die Türkei bespitzelt, hat nun Folgen in Ankara.
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IstanbulNach Medienberichten über eine Ausspähung der Türkei durch den Bundesnachrichtendienst (BND) hat ein Regierungsvertreter in Ankara eine gründliche Prüfung der Vorwürfe angekündigt. Die Berichte müssten "ernstgenommen werden", sagte der Vize-Vorsitzende der regierenden AKP, Mehmet Ali Sahin, am Sonntag. Die türkische Regierung und das Außenministerium würden die nötigen Untersuchungen zu den Vorwürfen anstrengen.

Das Magazin "Der Spiegel" hatte am Samstag vorab ohne Nennung einer konkreten Quelle berichtet, die Türkei werde im "Auftragsprofil" der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 als offizielles Aufklärungsziel geführt.

"Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR hatten bereits am Freitagabend gemeldet, das Auftragsprofil für den deutschen Geheimdienst liste auch ein Nato-Land. Den Namen des Staates hatten die Medien nicht genannt.

Die drei Medien beriefen sich auf Dokumente, die der Anfang Juli festgenommene BND-Mitarbeiter und mutmaßliche US-Spion Markus R. an den US-Geheimdienst CIA übergeben hatte. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete schließlich, Regierungskreise hätten die Ausspähung des Nato-Partners bestätigt. Der BND wollte sich nicht zu den Berichten äußern. Auch von der Bundesregierung war am Wochenende keine offizielle Stellungnahme zu erhalten.

Sahin sagte indes, die im "Spiegel" erhobenen Anschuldigungen müssten "vorsichtig" betrachtet werden. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Ärger zwischen der türkischen AKP-Regierung und dem Magazin gegeben, das kritisch über den Führungsstil des bisherigen Regierungschefs und designierten Präsidenten Recep Tayyip Erdogan berichtet hatte. Der "Spiegel" schreibe "sehr unfaire" Berichte über die AKP und Erdogan, betonte Sahin.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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