Anleihekäufe
Spanien fordert konkrete Zahlen von der EZB

Im Notfall will die EZB die Anleihen notleidender Staaten kaufen – unbegrenzt. Nun fordert eines des Krisenländer, Spanien, genauere Angaben über den Umfang. Vorher will die Regierung kein Hilfsgesuch stellen.
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„Wir müssen wissen, in welchem Umfang die EZB am Sekundärmarkt intervenieren wird”, sagte die stellvertretende spanische Ministerpräsidentin Soraya Saenz de Santamaria gegenüber dem Radiosender Cadena Ser am Dienstag. „Um Entscheidungen zu treffen, müssen alle Faktoren bekannt sein.”

Saenz hat durchblicken lassen, dass ein Hilfsersuchen der Regierung näher rückt. Ministerpräsident Mariano Rajoy will am 27. September im Rahmen des Haushaltsentwurfs für 2013 weitere Maßnahmen ankündigen, um die viertgrößte Wirtschaft des Euro-Raums auf Kurs zu bringen.

Die EZB hatte Anfang September ein neues Kaufprogramm von Staatsanleihen krisengeschwächter Euroländer vorgelegt. Um ein Auseinanderbrechen des Währungsraums zu verhindern, will die EZB notfalls in unbegrenztem Umfang an den Bondmärkten intervenieren.

Krisenregion Katalonien

Die Region Katalonien, die am stärksten zum spanischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt, erwägt derweil, die Unabhängigkeit anzustreben. Das katalonische Regionalparlament debattiert ab dem heutigen Dienstag drei Tage lang über einen Vorschlag, die Loslösung von Spanien in die Wege zu leiten.

Katalonien schaffe eine neue Krise für Spanien, sagte Saenz. „Eine institutionelle Krise beschädigt Spanien in den Augen Außenstehender”, erklärte sie. Ein 18 Mrd. Euro schwerer Fonds für Hilfe suchende Regionen werde nächste Woche bereit stehen und Katalonien sei bereit, die Bedingungen für die Finanzhilfe zu akzeptieren, erklärte die Politikerin.

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Kommentare zu " Anleihekäufe: Spanien fordert konkrete Zahlen von der EZB"

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  • Zuerst muss Spanien unterm Schirm.Dann wird entschieden.Anders gar nicht! Und ist man unter´m Schirm- kommt die Troika.Dann weht ein anderer Wind!

  • "Aus dem Zusammenhang sollte eigentlich klar sein daß der Entscheidungsprozeß hinsichtlich eines Antrags auf Stabilisierungshilfen beim ESM gemeint ist."

    Schon klar. Aber wenn sie nicht mal da eingebunden ist, in was dann? In die Auswahl der Teller und Tassen für den Vorraum des Präsidialamtes? :-))

    "die ihrem Bildungsprofil besser entsprechen."

    Ok, da könnte das mit dem Geschirr natürlich durchaus passen...

  • Bitte genau lesen!

    "In den Entscheisungsprozeß" ist Singular und bezieht sich enzufolge auf einen bestimmten Entscheidungsprozeß.

    Aus dem Zusammenhang sollte eigentlich klar sein daß der Entscheidungsprozeß hinsichtlich eines Antrags auf Stabilisierungshilfen beim ESM gemeint ist.

    Ich gehe davon aus, daß die stellvertretende Ministerpräsidentin durchaus in Entscheidungsprozesse eingebunden ist die ihrem Bildungsprofil besser entsprechen.

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