Annan soll Berichte über Menschenrechtsverletzungen prüfen
Uno-Sicherheitsrat droht Sudan mit Sanktionen

Der Uno-Sicherheitsrat hat die sudanesische Regierung aufgefordert, für ein Ende der Gewalt in der Region Darfur zu sorgen. Andernfalls würden Sanktionen verhängt, heißt es in einer Resolution.

HB BERLIN. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich auf eine neue Resolution zur sudanesischen Krisenregion Darfur geeinigt. Die Regierung des Landes wird darin ultimativ aufgefordert, die Angriffe der arabischen Reitermilizen auf die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur zu unterbinden.

Sollte die Regierung in Khartum nicht rasch handeln, werde es Sanktionen gegen die Ölindustrie des Landes geben, hieß es in der am Samstag verabschiedeten Resolution.

Für die Resolution stimmten bei vier Enthaltungen elf Ratsmitglieder. China, Russland, Pakistan und Algerien hatten sich gegen Sanktionen ausgesprochen.

Die USA hatten dem Sicherheitsrat zuvor eine überarbeitete Fassung für eine Resolution mit abgemilderten Formulierungen vorgelegt. Erst nach einem Treffen von US-Botschafter John Danforth mit dem chinesischen UN-Diplomaten Wang Guangya entschied sich Peking für eine Enthaltung und gegen ein Veto.

Die Resolution sieht laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP auch vor, eine erheblich verstärkte Eingreiftruppe der Afrikanischen Union (AU) in der Krisenregion Darfur zu stationieren. Diese solle «aktiv» Angriffe der arabischen Reitermilizen, der so genannten Dschandschawid, gegen die Bevölkerung abwehren.

Generalsekretär Kofi Annan erhielt zudem den Auftrag, schnell eine internationale Kommission zu ernennen, die den Berichten über Menschenrechtsverletzungen in Darfur nachgehen soll. Damit solle geklärt werden, ob das Ausmaß eines Völkermords erreicht sei.

In dem seit 19 Monaten andauernden Konflikt sind bereits 50.000 Menschen getötet worden. 1,2 Millionen wurden zu Flüchtlingen.

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