Anschlag in London
Polizei sah keinen Hinweis auf Anschlagsgefahr bei Attentäter

Das MI6 und der britische Inlandsgeheimdienst erklären, einen der London-Attentäter beobachtet zu haben. Hinweise auf einen geplanten Anschlag habe es nicht gegeben. Zwei der drei Täter sind inzwischen identifiziert.
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London, WashingtonEiner der drei London-Attentäter war vor der Tat im Visier der Polizei und des britischen Inlandsgeheimdiensts MI6. Die Polizei teilte am Montag mit, es habe aber keine Hinweise darauf gegeben, dass der 27-Jährige in Pakistan geborene Brite Khuram Shazad Butt einen Anschlag begehen werde. Entsprechend seien die Ermittlungen auch nicht vorrangig geführt worden.

Zuvor hatte die britische Polizei die Identität von zwei der drei mutmaßlichen Attentäter bekanntgegeben. Neben Butt sei auch noch der 30 Jahre alte Rachid Redouane identifiziert, der sich als Marokkaner oder auch als Libyer ausgegeben habe, teilte die Polizei am Montag mit. Beide wohnten demnach im Ostlondoner Stadtteil Barking. Die Identität des dritten Attentäters sei noch nicht geklärt. Auch sei noch offen, ob es weitere Helfer gegeben habe. Unterdessen befanden sich am Montag immer noch 18 Menschen in kritischer Verfassung im Krankenhaus.

Eine kleine Zahl von akuten Fällen mit der höchsten Priorität binde erhebliche personelle Kapazitäten, erklärte die Polizei. Dabei handele es sich um Hinweise auf konkrete und gegenwärtige Anschlagsplanungen. Derzeit würden landesweit 500 verschiedene Terror-Ermittlungen mit 3000 potenziellen Verdächtigen geführt. „Unsere Arbeit macht angesichts der hohen Terror-Bedrohung und der bestehenden Ressourcen schwierige Entscheidungen über Prioritäten notwendig“, verteidigte sich die Polizei. Einzelheiten darüber, wieso der 27-Jährige ins Visier des Geheimdienstes geraten war, machten die Behörden zunächst nicht.

Die Polizei hat mittlerweile alle am Sonntag im Zusammenhang mit dem Terroranschlag Festgenommenen wieder freigelassen. Die insgesamt zwölf Männer und Frauen seien inzwischen alle ohne Anklage entlassen worden, teilte die Polizei am späten Montagabend mit. Zudem kümmerten sich Experten um die Hinterbliebenen der Todesopfer. Sie sorgten sich auch um die Familie einer Person, die als vermisst gilt.

Am Montagabend hat London der Opfer gedacht. Bürgermeister Sadiq Khan sagte vor Tausenden Teilnehmern, der Terror werde nicht gewinnen. Premierministerin Theresa May warnte vor Nachahmern. Oppositionsführer Jeremy Corbyn forderte Mays Rücktritt, weil sie als Innenministerin die Mittel für die Polizei gekürzt habe.

US-Präsident Donald Trump hat derweil nach dem Terroranschlag von London den Bürgermeister Khan erneut scharf kritisiert. Auf Twitter sprach Trump von einer „armseligen Ausrede“ Khans. Dieser müsse jetzt schnell über seine Aussage nachdenken, es gebe keinen Grund zur Panik. Bereits am Sonntag hatte sich Trump kritisch zu Khan geäußert.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Khan zuvor „exzellente Arbeit“ attestiert. Khan selbst hatte sich sehr klar zu den Urhebern der Anschläge geäußert. „Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen“, betonte er.

Einmal im scharfen Tonfall, legte Trump in seinem eigenen Interesse nach und verglich die Situation mit den USA. Er sprach sich erneut für ein verschärftes Einreiseverbot für Bürger aus islamisch geprägten Staaten aus und forderte eine schnelle Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. „Das Justizministerium hätte beim ursprünglichen Einreisebann bleiben sollen, nicht der verwässerten, politisch korrekten Version, die sie dem Supreme Court vorgelegt haben“, kritisierte Trump am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter sein eigenes Ministerium. Zugleich forderte er es auf, sich für eine beschleunigte Anhörung und eine „viel härtere Version“ einzusetzen. „Die Menschen, Juristen und Gerichte mögen es nennen, wie sie wollen. Ich nenne es einen Einreisestopp!“, schrieb Trump am Montag auf Twitter.

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