Anschlagsplan
Terroristen wollten Wall Street überfluten

US-Ermittler haben offenbar Pläne für einen Anschlag in New York aufgedeckt. Demnach wollten Terroristen einen wichtigen Tunnel unter dem Hudson sprengen, um das Bankenviertel und die Wall Street in Manhatten zu fluten. Das berichteten US-Medien am Freitag unter Berufung auf FBI-Quellen.

HB NEW YORK/BEIRUT. Der New Yorker Polizeipräsident Ray Kelly sagte, dass ein Anschlagsplan "noch in der Planungsphase" vereitelt worden sei. Der mutmaßliche Kopf der Gruppe wurde schon vor einem Monat im Libanon festgenommen, bestätigten Sicherheitskreise in Beirut am Freitag. Zwei andere Verdächtige sind nach Angaben Kellys ebenfalls in Haft, nach fünf weiteren wird noch gesucht. An den Ermittlungen seien insgesamt sechs Länder beteiligt.

Nach Informationen amerikanischer Medien wollten die islamistischen Terroristen einen großen Sprengsatz in der Mitte eines oder mehrerer Autotunnel unter dem Hudson explodieren lassen. Die Explosion sollte nicht nur die Tunnel zerstören, sondern auch eine Flutwelle auslösen. Die Terroristen hätten darauf gehofft, dass diese Welle die Südspitze Manhattans mit der Wall Street überschwemmen würde, hieß es. Angeblich sollen sie durch die Flutkatastrophe von New Orleans im vergangenen Jahr auf die Idee gekommen sein.

"Jedes Mal wenn wir einen Terroristen fassen, hat er einen Stadtplan von Manhattan in der Tasche", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. "Weil das eben ein Symbol für Amerika ist." Die Stadt brauche deshalb mehr Geld zur Terrorbekämpfung vom amerikanischen Staat. Die New Yorker sollten sich aber nicht verrückt machen lassen: "Es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass das Ganze über die Planungsphase hinausgegangen ist", sagte Bloomberg.

Experten, die von den amerikanischen Medien dazu befragt wurden, bezeichneten es als unwahrscheinlich, dass der Terrorplan funktioniert hätte. Zum einen sei der Tunnel durch Stahl und Beton mehrfach gesichert, zum anderen liege der Finanzdistrikt ein ganzes Stück höher als der Fluss.

Die Polizei kam den Extremisten durch den Austausch von Informationen in Internet-Chatrooms auf die Spur. Quellen bei den libanesischen Sicherheitsbehörden bestätigten der dpa am Freitag, dass vor etwa einem Monat ein Verdächtiger namens Issam Hammud festgenommen worden sei. Seine Gruppe soll demnach Verbindungen zu dem Terrornetz El Kaida haben.

Fernsehreporter berichteten am Freitag aus New York, dass die Bewachung noch verstärkt worden sei. Die Tunnel werden von der Polizei seit langem zu den meistgefährdeten Zielen gerechnet. Schon 1993 hatte das FBI einen Terroristenring ausgehoben, der Bombenanschläge auf zwei New Yorker Autotunnel geplant hatte.

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