Anschuldigungen ausgerechnet kurz vor der Unterhaus-Wahl am 7. Dezember
Russische Steuerfahnder nehmen Ölkonzern Sibneft ins Visier

Der Kreml weitet seine Attacke gegen den Ölkonzern Yukos aus. Gestern gab der Rechnungshof in Moskau bekannt, dass auch der vom größten Mineralölunternehmen des Landes soeben geschluckte Rivale Sibneft Steuern hinterzogen haben soll. Einen entsprechenden Report haben die Prüfer laut Nachrichtenagentur Interfax an die Steuerpolizei übergeben. Die Börsenkurse von Yukos und Sibneft brachen daraufhin ein und zogen den Aktienmarkt in den Keller.

mbr MOSKAU. Auch Yukos-Hauptaktionär Michail Chodorkowskij und anderen Anteilseignern werfen die Ermittler Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe vor. Chodorkowskij sitzt seit 25. Oktober in Untersuchungshaft. Er und Yukos bestreiten die Vorwürfe: Es seien legale Methoden zur Steuerreduzierung angewandt worden und würden auch in Zukunft eingesetzt, sagte Yukos-Finanzvorstand Bruce Misamore.

An den Vorwürfen gegen Sibneft sei etwas dran, sagte Ex-Generalstaatsanwalt Jurij Skuratow dem Handelsblatt: "Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Sache wurden vor anderthalb Jahren auf Druck des Kremls eingestellt" – damals sei Sibneft-Eigner Roman Abramowitsch dort noch gut gelitten gewesen und hatte nicht an Yukos verkauft. Jedoch träfen die Vorwürfe der Steuerminimierung mittels...

 
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