Anti-Terror-Kampf in Syrien
Schließt Frankreich den Pakt mit dem Teufel?

Die Anti-Terror-Allianz ist sich einig: Ohne Bodentruppen ist der Krieg gegen den IS nicht zu gewinnen. Doch wer soll die Schlacht schlagen? Frankreichs Außenminister nennt erstmals Assads Truppen als möglichen Partner.
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Frankreich schart Verbündete um sich: Präsident Francois Hollande reist nach Washington und Moskau, um eine Allianz gegen den internationalen Terror zu schmieden. Auch von der Bundesregierung erfährt er nach den Anschlägen von Paris militärische Unterstützung. Das gemeinsame Ziel: Die Terrormiliz IS besiegen.

Verteidigungsministerin von der Leyen hält die Terror-Kämpfer durchaus für militärisch bezwingbar. „Wir müssen den IS ernst nehmen und uns darauf einstellen, dass der Kampf länger dauert“, sagte sie im Interview mit dem Handelsblatt. Es gebe aber auch keinen Grund, sich einschüchtern zu lassen, denn der IS habe zuletzt im Irak und in Syrien schmerzliche Niederlagen erlitten. „Wir haben jetzt mehrfach gesehen: Der IS ist besiegbar!“

Deutschland beteiligt sich mit seiner Marine und der Luftwaffe, die Aufklärungs-Tornados bereitstellt, an dem Einsatz, der bereits seit mehr als einem Jahr läuft. So lange fliegt die von den USA angeführte internationale Militärkoalition in Syrien bereits Angriffe gegen die Dschihadisten. Seit September fliegt auch Russland Angriffe, so dass inzwischen Luftwaffen aus mehr als zehn verschiedenen Nationen über Syrien im Einsatz sind.

Ob das reicht? Für einen Erfolg der Strategie braucht es nach Worten von Verteidigungsministerin von der Leyen dreierlei: die Luftangriffe, eine diplomatische Lösung für Syrien und den Einsatz einheimischer Bodentruppen. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte, der Kampf gegen den IS sei nur mit Bodentruppen zu gewinnen. Dafür seien jedoch Syriens Machthaber Baschar al-Assad und dessen Armee „die natürlichen Verbündeten“. Es sei unmöglich, erfolgreich gegen „die Terroristen“ in Syrien zu kämpfen, ohne sich auf Bodentruppen zu stützen, sagte der russische Präsident mit Blick auf die syrischen Regierungstruppen.

Erstmals brachte nun auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius eine Einbeziehung der syrischen Regierungstruppen in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat ins Gespräch. Bei der Bekämpfung der Extremisten gebe es „zwei Maßnahmen: Bombardierungen und Truppen am Boden“, sagte Fabius am Freitag im Radiosender RTL. Die Bodentruppen könnten nicht von Frankreich gestellt werden, aber von Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee, von sunnitischen arabischen Truppen „und warum nicht auch von Regierungstruppen“, sagte Fabius.

Eine Zusammenarbeit mit Assad wurde von den westlichen Staaten bislang ausgeschlossen. Der syrische Bürgerkrieg brauche eine politische Lösung, sagte Francois Hollande bei seinem Termin am Donnerstagabend in Moskau. Assad müsse gehen. Russland hingegen will Assad zwar nicht um jeden Preis stützen, wohl aber das syrische Regime als solches an der Macht halten.

Die russische Führung betont, dass sich ihr Militäreinsatz vor allem gegen den IS richtet. Aber Experten sind überzeugt: Der IS spielt bislang eine Nebenrolle auf der Zielliste der russischen Kampfpiloten.

Der Westen warf Moskau bereits nach dem Beginn der russischen Angriffe in Syrien Ende September vor, auch vom Westen unterstützte gemäßigte Rebellen anzugreifen, um den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu stärken. Putin sagte nun, Russland werde nicht die Gebiete angreifen, „wo sich die gesunde nicht-terroristische Opposition“ befindet.

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Kommentare zu " Anti-Terror-Kampf in Syrien: Schließt Frankreich den Pakt mit dem Teufel?"

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  • Assad ist ein übles Subjekt, aber er ist nicht anders, als diverse Diktatoren, die in seiner Lage das gleiche machen würden wie er, zu denen aber der Westen gute Beziehungen hat. Das zeigt die Heuchelei des Westens der nur schaut wer Geld hat.
    Ich meine, die islamischen Länder sind ungeeignet für Demokratie, weil damit die Islamisten an die Macht kommem würden, die Menschen dort haben einfach zu viel Mittelalter im Kopf. Eine gemässigte Diktatur ist die optimale Regierungsform für diese Länder, vielleicht lässt sich Assad dazu überreden, nach dem Sieg über den IS diese Funktion einzunehmen.
    Damit wäre es möglich, dass alle zusammen den IS besiegen, was auf jeden Fall Vorrang haben sollte.

  • @ Herr Walter Gerhartz

    >> Think Tank STRATFOR >>

    DSS IST EINE DER Denkfabriken, DIE DEM Normalbürger AUCH SCHON VERSUCHEN DAS denken ABZUNEHMEN !!!

    Unfassbar, was sich das Ami-Pack schon alles anmaßt !


  • Ex-Bundesminister: Deutschland ist fest im Griff der USA
    https://www.youtube.com/watch?v=r_CyaJyYfIQ
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    Was erleben wie jdoch seit 1945..gerade diese USA führt seit 1945 unablässig Kriege in aller Welt...nicht wegen Demokratie sondern zur SELBSTBEREICHERUNG ihrer Wirtschaft und zur gewaltsamen Verbreitung des DOLLARS.
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    Nach 1945 habe sie in Ihren Kriegen mindestens 45 Millionen Menschen umgebracht…von den zahllosen Krüppel und zerstörten Ländern ganz zu schweigen.
    --> http://www.initiative.cc/Artikel/2010_02_13_kriege_usa.htm
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    SOMIT SIND DIE USA DIE FORTFÜHRUNG DER DAMALIGEN POLITIK DER NSDAP !!
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    KÖNNEN UND SOLLTEN DIE USA WIRKLICH UNSERE FREUNDE SEIN ????
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    Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman bestätigt am 4. Februar 2015, dass die USA seit mehr als 100 Jahren die deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, inclusive vorsätzlicher Lügen bis zum Krieg. Dieses Video (13 Minuten) unbedingt ansehen.

    Also haben die Anglikaner auch Hitler an die Macht gebracht !?!?

    STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern
    --> www.youtube.com/watch?v=gcj8xN2UDKc

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