Asem-Gipfel
Merkel und Sarkozy schmieden Pakt gegen Spekulanten

Deutschland und Frankreich wollen die weltweiten Spekulationsgeschäfte mit Rohstoffen und Währungen eindämmen. Auf dem Europa-Asien-Gipfel (Asem) in Brüssel setzten sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag für eine stärkere Regulierung in diesen Bereichen ein.
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HB BERLIN. Vor allem Sarkozy, der 2011 für ein Jahr die G8- und G20-Präsidentschaft übernehmen wird, kritisierte demnach die Schwankungen der Rohstoffpreise als erschreckend hoch. Dadurch würden sowohl Industrie- als auch die Entwicklungsländer unter Druck gesetzt. Weil die Schwankungen etwa bei Öl und Getreide stark auf Spekulanten zurückzuführen seien, strebt Sarkozy eine stärkere Regulierung an, wie aus den Kreisen verlautete.

Merkel mahnte den Teilnehmerkreisen zufolge ferner mit Blick auf das G20-Treffen in Seoul im November, dass sich die Weltgemeinschaft immer noch nicht auf eine gemeinsame Strategie zum Ausstieg aus der hohen Staatsverschuldung geeinigt habe. Beim Asien-Europa-Gipfel betonte sie nach Angaben aus Regierungskreisen in einer Rede, dass der Konsolidierungskurs weitergehen müsse. Das Wachstum sei noch nicht nachhaltig.

Die Kanzlerin sprach sich außerdem dafür aus, die Regulierung der Finanzmärkte weiter international zu verfolgen. Für wichtige, große Banken fehle bisher eine Regelung. Merkel unterstützt den Angaben zufolge den französischen Präsidenten Sarkozy auch in seiner Forderung, über eine internationale Währungsordnung zu sprechen.

Zwischen der EU und Asien gibt es Differenzen über den Kurs zur Überwindung der Finanzkrise. China hatte Europa vor einer zu harten Sparpolitik gewarnt. So wies die Volksrepublik Forderungen nach einer schnelleren Aufwertung seiner Landeswährung Yuan zurück. „Wir müssen die Wechselkurse der großen Reservewährungen relativ stabil halten,“ sagte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao am Montag zum Auftakt des Treffens asiatischer und europäischer Nationen (Asem) in Brüssel. „Wir müssen zusammenarbeiten, um das Wirtschaftswachstum in der Welt zu fördern“, forderte er.

Europa und die USA werfen China vor, seine Landeswährung künstlich niedrig zu halten. Sie unterstellen der Volksrepublik, sich mit dem Schritt unrechtmäßig Wettbewerbsvorteile gegenüber westlichen Staaten zu verschaffen. „Wir glauben, dass der Yuan absolut unterbewertet ist“, sagte ein Sprecher von Jean-Claude Juncker, dem Vorsitzenden der Eurogruppe. China hält die größten Bestände an Auslandsdevisen und hat riesige Mengen an Dollar und Euro angesammelt.

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