Asien-Europa-Gipfel in Mailand
Putin poltert vor Treffen mit Poroschenko

In Mailand treffen heute Russlands Präsident Putin und der ukrainische Staatschef Poroschenko aufeinander. Vor dem Treffen schießt Putin Giftpfeile in Richtung Barack Obama – und warnt vor weiteren Sanktionen.
  • 55

Kiew/WashingtonDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat kurz vor Beginn des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in Mailand mit US-Präsident Barack Obama über die Krise im Osten der früheren Sowjetrepublik gesprochen. In dem Telefonat hätten die beiden Staatschefs betont, dass alle Seiten die Waffenruhe einhalten müssten, teilte die Präsidialkanzlei in Kiew am Donnerstag mit.

Obama habe seinen ukrainischen Amtskollegen über die Inhalte einer Videokonferenz unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert. Es sei auch um die Sicherung der Energielieferungen, politische Reformen und die Stärkung der ukrainischen Wirtschaft gegangen, teilte das Weiße Haus mit. Zudem sei darüber diskutiert worden, wie die brüchige Grenze zwischen Russland und der Ukraine wirksam kontrolliert werden könnte.

Alle Seiten müssten der Anfang September in Minsk vereinbarten Waffenruhe gerecht werden müssten, hieß es. Die Feuerpause half, die Feindseligkeiten zwischen prorussischen Rebellen und ukrainischen Regierungstruppen einzuschränken, trotzdem branden aber immer wieder Kämpfe vor allem um den Flughafen von Donezk auf. Obama habe darüber hinaus die Bemühungen des ukrainischen Parlaments im Kampf gegen Korruption gelobt.

Der russische Präsident Wladimir Putin will heute in Mailand unter anderem Poroschenko und Vertreter der Europäischen Union zu Gesprächen über die Ukraine treffen. Die USA und andere westliche Länder haben wegen der russischen Aktionen im Ukraine-Konflikt Sanktionen gegen Moskau erteilt. Putin hatte am Samstag rund 17.600 Soldaten aus der russischen Grenzregion Rostow zurück in ihre Kasernen beordert. Die Nato hatte jedoch am Mittwoch erklärt, bisher keinen groß angelegten Abzug der Truppen von der ukrainischen Grenze gesehen zu haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat von Russland die vollständige Umsetzung der Waffenstillstandsvereinbarungen mit der Ukraine verlangt. In einer Regierungserklärung zum Asem-Gipfel vor dem Bundestag sagte Merkel am Donnerstag: „Den entscheidenden Beitrag zur Deeskalation muss Russland leisten.“ Merkel will sich am Rande des Gipfeltreffens ebenfalls mit Putin und Poroschenko treffen. Trotz Waffenruhe wurden im Osten der Ukraine in den vergangenen Wochen mehr als 300 Menschen getötet.

Mit Blick auf die russische Unterstützung für die Separatisten in der Ukraine betonte die Kanzlerin: „Wir werden auch weiterhin keinerlei Zweifel daran lassen, dass die Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine und der Bruch des Völkerrechts nicht folgenlos bleiben.“ Die verhängten Sanktionen seien wichtig, aber auch kein Selbstzweck. „Wir suchen unvermindert immer noch den Dialog mit Russland“, versicherte Merkel. „Das eine - Sanktionen - schließt das andere - Dialog - nicht aus.“

Vor seiner Reise nach Mailand kritisierte Putin US-Präsident Obama mit harschen Worten. Mit Blick auf die Wirtschaftssanktionen gegen Russland könne die Einstellung der USA nur als „feindselig“ bewertet werden, hieß es in einer am Mittwochabend vom Kreml veröffentlichten Erklärung Putins. „Wir hoffen, unsere Partner begreifen die Rücksichtslosigkeit der Erpressungsversuche gegen Russland“, erklärte Putin. Jeder müsse verstehen, dass ein Zerwürfnis zwischen zwei großen Atommächten Folgen für die Stabilität habe.

Seite 1:

Putin poltert vor Treffen mit Poroschenko

Seite 2:

„Washington hat die Maidan-Proteste aktiv unterstützt“

Kommentare zu " Asien-Europa-Gipfel in Mailand: Putin poltert vor Treffen mit Poroschenko"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Liebe Handelsblatt Redaktion:

    Ich muss mich doch sehr wundern, dass mein Beitrag vom 16.10. bezüglich der Weisung der USA ( Joe Biden , Obama Vize) an die EU,

    Sanktionen gegen Russland, selbst wenn eigene Nachteile zu erwarten sind einzuleiten, mit der Begründung "fehlender Quellenangabe" gelöscht wurde.

    Diese Weisung wurde öffentlich (!) an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard dargelegt.

    In meinem Beitrag wurde auch die Quelle des Beitrages genannt.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten, veröffentlicht: 05.10.14, 22:44





  • Liebe Handelsblatt Redaktion:

    Ich muss mich doch sehr wundern, dass mein Beitrag vom 16.10. bezüglich der Weisung der USA ( Joe Biden , Obama Vize) an die EU,

    Sanktionen gegen Russland, selbst wenn eigene Nachteile zu erwarten sind einzuleiten, mit der Begründung "fehlender Quellenangabe" gelöscht wurde.

    Diese Weisung wurde öffentlich (!) an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard dargelegt.

    In meinem Beitrag wurde auch die Quelle des Beitrages genannt.

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten, veröffentlicht: 05.10.14, 22:44





  • @Frau Wil Fried
    Ihre Äußerungen kommen in ihrer Peinlichkeit noch nicht an die vom Maiser heran, aber das kann ja noch kommen. Sie sind aber auf einem guten Weg, darum stelle ich jetzt den einseitigen geistigen Austausch mit Ihnen ein, es bringt nämlich absolut nichts!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%