Asylsuchende aus Indonesien
Australien will Flüchtlingsboote abfangen

Australiens Regierung will Boote mit Einwanderern abfangen, in ihr Herkunftsland zurückbringen und dafür offenbar Spezialboote kaufen. Derweil warfen indonesische Flüchtlinge der australischen Marine Misshandlungen vor.
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SydneyAustraliens Regierung will „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Rückführung von Immigranten in ihr Herkunftsland ergreifen und dafür Medienberichten zufolge 16 Spezialboote anschaffen. Seine Regierung werde alles dafür tun, um Boote mit Einwanderern an Bord abzufangen und „Zusagen an das australische Volk einzuhalten“, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison am Mittwoch. Asylsuchende erhoben derweil schwere Vorwürfe gegen die australische Küstenwache.

Berichte über geplante Bootskäufe wollte Morrison nicht bestätigen. Zur Begründung sagte er, Menschenschmuggler hätten in der Vergangenheit „gefährliche Mutmaßungen über unsere Einsätze zur See“ angestellt und damit andere in Gefahr gebracht. Laut der Mediengruppe Fairfax sollen aber hochseetaugliche Rettungsboote gekauft werden, um Asylsuchende aus Indonesien zunächst im offenen Meer abzufangen und dann mit ausreichend Proviant und Treibstoff zurück an die Küsten ihres Herkunftslandes zu schicken. Die oppositionelle Labor-Partei forderte von der Regierung eine Aufklärung der „bewusst vertuschten“ Aktivitäten.

Die nach der Wahl des konservativen Regierungschefs Tony Abbott im September noch strikter gewordene Einwanderungspolitik Australiens belastet auch die ohnehin schon gespannten Beziehungen zu Indonesien. So zeigte sich die Regierung in Jakarta verärgert über Enthüllungen vom Dienstag, dass die australische Marine mindestens eine Flüchtlingsgruppe ohne Benachrichtigung der indonesischen Behörden zur Rückkehr übers Meer zwang.

Die Bootsinsassen warfen der Marine vor, sie während der Schleppfahrt zurück nach Indonesien körperlich misshandelt und rassistisch beschimpft zu haben. Einer der Asylsuchenden sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und seine größtenteils aus Somalia und dem Sudan stammenden Begleiter seien mit Handschellen gefesselt und teils mit Schuhen geschlagen worden. Trinkwasser hätten ihnen die bewaffneten Soldaten verweigert. Ein anderer der 45 Bootsinsassen erhob in Medienberichten ähnliche Vorwürfe.

Angesichts der massiven Kritik an ihrer Einwanderungspolitik ist die australische Regierung dazu übergegangen, offizielle Angaben zu dem Thema auf ein Minimum zu beschränken. Asylthemen werden aus Canberra inzwischen nur noch einmal wöchentlich oder nach schweren Zwischenfällen kommentiert.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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