Atomenergiebehörde
Offene Fragen bei Gesprächen mit Iran

Bei aktuellen Atomgesprächen setzt der Iran seine Annäherung an den Westen fort. In puncto Vor-Ort-Inspektionen gibt es allerdings Probleme. Westliche Atom-Experten kritisieren eine mangelnde Transparenz des Irans.
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WienIn dem seit zehn Jahren schwelenden Nuklearstreit bleiben der Westen und der Iran auf vorsichtigem Annäherungskurs. Am Rande von Expertengesprächen mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bekräftigte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi die Kompromissbereitschaft Teherans. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit einem guten Ergebnis rechnen können“, sagte Araghchi am Montag. Sein Land habe Vorschläge und neue Ansätze in die Verhandlungen eingebracht.

Zugleich machte IAEA-Chef Yukiya Amano klar, dass den Worten Taten folgen müssten: „Es ist für uns alle wichtig, dass wir zu konkreten Fortschritten kommen.“ Es gelte, eine Reihe sehr komplizierter Fragen zu lösen.

Die IAEA versucht seit langem, Zugang zu iranischen Atomanlagen und zu Dokumenten zu bekommen, die im Zusammenhang mit angeblichen Atomwaffenprojekten stehen sollen, und vermisst in Teheran das Bemühen um Transparenz. Die IAEA-Experten interessieren sich in erster Linie für die Militäranlage Parchin südöstlich von Teheran. Westliche Geheimdienste vermuten, dass dort Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen ausgeführt wurden.

Bisher konnten sich beide Seiten nicht auf die Modalitäten von Vor-Ort-Inspektionen einigen. So hat die IAEA Forderungen aus Teheran zurückgewiesen, vorab über alle Kontrollen informiert zu werden und ihr Ausmaß begrenzen zu können. Der Westen verdächtigt die Regierung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet dies.

Die Gespräche am Montag waren der Auftakt zu intensiven diplomatischen Kontakten in den kommenden zwei Wochen. Unmittelbar nach den IAEA-Gesprächen sind Verhandlungen auf Expertenebene zwischen dem Iran und den UN-Vetomächten plus Deutschland („5+1-Gruppe“) ebenfalls in Wien geplant. Iran drängt auf eine Lockerung der Sanktionen und will möglichst in den nächsten Monaten bereits deutliche Fortschritte erreichen. Die Ergebnisse des Expertentreffens werden bei den nächsten politischen Atomgesprächen am 7. und 8. November in Genf diskutiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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