Atomkomplex Yongbyon
Nordkorea macht Nuklearanlage unbrauchbar

Nach dem Durchbruch bei den Gesprächen über sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea damit begonnen, seine kerntechnischen Anlagen unbrauchbar zu machen. Amerikanische Experten sind vor Ort, um die Effektivität der Zerstörungsarbeiten zu überwachen.

HB PJÖNGJANG. Die Experten seien bereits am Sonnabend eingetroffen und sollten nun so lange vor Ort bleiben, bis der Reaktor zur Plutoniumproduktion, die Brennstoffverarbeitungsanlage und die Wiederaufbereitungsanlage unbrauchbar gemacht seien, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Diese Arbeiten sollten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, der Delegationsleiter des US-Teams, Sung Kim, werde noch im Verlauf des Tages in Seoul erwartet, um Südkorea von den Arbeiten in Yongbyon zu unterrichten und die nächsten Schritte im Abrüstungsprozess Nordkoreas zu erörtern.

Nordkorea hatte Anfang Oktober im Rahmen der Sechs-Länder- Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms zugesichert, bis spätestens Ende 2007 die kerntechnischen Anlagen untauglich zu machen. Die Einrichtungen sollen später zerlegt werden. Auch will Pjöngjang bis Ende dieses Jahres sein gesamtes Nuklearprogramm offenlegen. Im Gegenzug winken dem verarmten Staat umfangreiche Wirtschaftshilfen und Energielieferungen im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar.

Aus dem einzigen in Nordkorea betriebenen Reaktor in Yongbyon, der im Juli heruntergefahren wurde, kam das Plutonium, das das kommunistische Regime für seinen ersten Atomwaffentest im Oktober 2006 benötigte. Nach US-Schätzungen verfügt Nordkorea über etwa 50 Kilogramm Plutonium. Das ist Experten zufolge genügend Material für sechs bis acht Bomben. Auch das Plutonium soll als Bombenstoff untauglich gemacht werden - wie, ist offen. Denkbar wäre eine Verarbeitung zu Kernbrennstoff für Atomkraftwerke.

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