Atomstreit
Iran droht mit Abbruch der Zusammenarbeit

Der UN-Sicherheitsrat drückt aufs Tempo: Nachdem der Iran im Atomstreit die Frist für die Annhame eines Angebotspakets verstreichen ließ, soll schon bald eine Resolution gegen die Islamische Republik verabschiedet werden. Teheran reagierte prompt auf die Ankündigungen.

HB TEHERAN. Angesichts der Anrufung des UN-Sicherheitsrats im Streit um das iranische Atomprogramm hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad der EU mit einem Ende der Zusammenarbeit gedroht. Der Iran werde seine Politik überdenken, sollte sich herausstellen, dass die europäischen Länder nicht „guten Willens“ seien, zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag.

Nach der Entscheidung, den Fall Iran wegen der zögerlichen Reaktion des Landes auf ein Kompromissangebot des Westens wieder vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen, sagte Ahmadinedschad: „Wir wollen immer noch Verhandlungen und sehen den europäischen Vorschlag als positiv an.“ Das Angebot werde noch geprüft. Die Europäer sollten sich gedulden. „Ansonsten sind sie für die Folgen selbst verantwortlich“, fügte er hinzu.

Teheran fürchte den Sicherheitsrat nicht. „Wir haben keine Angst und werden uns nicht blind den Anordnungen des Westens beugen“, sagte der Präsident in Mianeh im Nordwesten außerdem laut dem Sender Chabar. Der Iran lasse sich vom Westen nicht einschüchtern.

Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy erklärte, der UN-Sicherheitsrat wolle den Iran bereits in ein paar Tagen ultimativ zur Aussetzung der umstrittenen Uran-Anreicherung auffordern. Wenn der Iran dann bis Mitte August nicht auf das internationale Angebot antworte, könnte der Sicherheitsrat eine Resolution beschließen, in der auch Sanktionen vorgesehen seien, sagte der Minister einem französischen Radiosender.

Die internationale Gemeinschaft hat dem Iran ein Angebotspaket aus Anreizen und Drohungen unterbreitet, mit dem der Islamische Staat zur Aussetzung der Urananreicherung bewegt werden soll. Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Atomwaffen zu bauen. Das Land bestreitet dies.

Die Außenminister der fünf Vetomächte und Deutschlands hatten am Mittwoch bei einem Treffen in Paris den Streit erneut an den Sicherheitsrat verwiesen, nachdem sich Teheran geweigert hatte, bis zum G8-Gipfel in St. Petersburg am 15. Juli eine Antwort zu geben. Ahmadinedschad bekräftigte, die Führung in Teheran werde nicht vor Mitte August auf den Vorschlag reagieren.

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