Atomverhandlungen
Der Iran wagt ein heikles Spiel

Die Atomverhandlungen mit dem Iran werden wieder aufgenommen. Doch die Fronten sind verhärtet. Noch ist der Ausweg aus der möglichen Eskalation in einen Krieg nicht erkennbar. Dafür müsste eine der Seiten einlenken.
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Istanbul/TeheranDie iranische Führung steht im Streit um ihr Atomprogramm vor einer gewaltigen Drohkulisse. Bei der nun für den 13. April geplanten Fortsetzung der Gespräche über die iranischen Nuklearanlagen geht es um nicht weniger als eine Weichenstellung Richtung Krieg oder Frieden. Nach den verschärften Sanktionen des Westens wird sich auch der diplomatische Druck nochmals erhöhen. Ein möglicher israelischer Angriff scheint näherzurücken.

Doch auch der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wirkt skeptischer. Er argumentiert weniger leidenschaftlich für die Sache Teherans, seit bei den Konflikten in Syrien und im Irak Meinungsverschiedenheiten der Nachbarn offensichtlich sind. Am Mittwoch landete er auf dem Rückweg von einem Gipfeltreffen zur Atomsicherheit in Seoul direkt in Teheran. Zwar werde er das iranische Recht auf die zivile Nutzung der Atomkraft bekräftigen, aber auch mehr Transparenz und weniger Versteckspiele fordern, berichten türkische Medien.

Die sechs Mächte der 5+1-Gruppe (UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) drängen auf konkrete Ergebnisse bei Verhandlungen. Solche scheinen jedoch bei einem Treffen in gut zwei Wochen undenkbar, denn die Hauptforderungen der einen Seite werden von der anderen kategorisch abgelehnt.

„Das Treffen diesmal ist besonders heikel, denn falls kein Ergebnis erzielt wird, dann wäre es de facto eine Rechtfertigung für die Pläne Israels, die Atomanlagen des Irans anzugreifen“, sagt ein Politologe in Teheran. Auch das Establishment kann einen Militärangriff nicht mehr ausschließen. „Wir müssen die Herausforderungen und die damit verbundenen Beschwernisse halt akzeptieren“, sagte das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Denn dem westlichen Druck nachgeben, so Chamenei, das werde nicht passieren.

Kommentare zu " Atomverhandlungen: Der Iran wagt ein heikles Spiel"

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  • Also, wie oft muss es noch geschrieben werden: Es wird keinen Angriff der Israelis und schon gar nicht der Amis auf Iran geben! Punkt!
    Die Russen und Chinesen haben dem amerikanischen Wagen bereits ein Rad abmontiert, damit er nicht mehr soviele Fußgänger wie in der Vergangenheit totfahren kann. (hoffentlich verstehen die Leser diese diplomatische Umschreibung)
    Die Amis sind finanziell nicht mehr in der Lage, noch einen Krieg zu führen. Am Tag nach einem Beginn ist der Dollar wertlos und um Sprit zu kaufen, (militärisch und privat) bräuchte man Goldbarren, die nicht mit Wolfram gefüllt sind. Daran haperts aber und aus die Maus! Die Israelis werden auch nicht selbstmörderisch handeln, denn dann droht ebenfalls der GAU, ein Raketen-Geschenk aus Nord-Korea mit dem Absender Iran!

  • Welcher Idiot hat denn die Aufnahme der Verhandlungen auf Freitag den 13 gelegt ?

    Dass kann doch nichts werden.

    Kommt es zu einem Angriff auf den Iran wird mit Sicherheit erst einmal die Strasse von Hormuz vermiet werden und die eine oder andere Pipeline in Saudi und Co. gesprengt.

    So etwas nennt man einen asymetrischen Konflikt.

    Es kann leicht ein unkontrollierbarer Flächenbrand in der Region enstehen, ebenso möglich ist ein Kollaps der Weltwirtschaft und des Finanzsystems.

  • Fazit: Israel kann auf Dauer diesen Druck nicht standhalten
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    So ist es @ LapulapuTeresita
    Der Iran hat wiederholt erklärt das sie ihr Atomprogramm in keiner weise einschränken wollen , auch werden keine Inspektoren die infrage kommenden anlagen betreten dürfen .

    Israel sollte diesen druck so schnell wie möglich abbauen , ein Angriff muss bald erfolgen - sehr bald !!!

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