Attacken auf Israel
Ahmadinedschads Hassrede sprengt Uno-Treffen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat erwartungsgemäß mit scharfer Kritik an Israel für einen Eklat in der Uno-Vollversammlung gesorgt. Israelische Politiker reagierten mit großer Empörung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte Konsequenzen an.

HB NEW YORK. Ahmadinedschad nannte das Vorgehen gegen die Palästinenser „Völkermord“ und warf den Juden vor, die internationale Politik zu dominieren. Israel boykottierte die Sitzung am Mittwochabend (Ortszeit) in New York. Zahlreiche andere Teilnehmer, darunter auch die deutsche Delegation, verließen den Saal aus Protest während der Rede des iranischen Präsidenten.

Israel zeigte sich empört über die Äußerungen des iranischen Präsidenten. Die israelische Uno-Botschafterin Gabriela Schalev sagte dem israelischen Rundfunk, die Hassrede Ahmadinedschads beweise erneut die Gefahr, die von dem Iran ausgehe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werde bei seiner Ansprache vor den Vereinten Nationen am Abend die iranische Bedrohung belegen und beweisen, dass es keine Alternative für ein sofortiges und entschlossenes Vorgehen gebe.

Der israelische US-Botschafter Michael Oren beschrieb Ahmadinedschads Äußerungen als „klassischen Antisemitismus“. Sie hätten jedem, der noch Zweifel gehabt habe, das wahre Wesen des iranischen Regimes aufgezeigt. Netanjahu sagte der Zeitung „Israel Hajom“: „Ich werde der Welt sagen, was wir in der Iran-Frage spüren.“ Seine Äußerungen werden „scharf und klar“ sein, kündigte er an. „Wir werden es einem gefährlichen Führer nicht erlauben, uns mit einem neuen Holocaust zu bedrohen."

Auf den Streit um das Atomprogramm seines Landes ging Ahmadinedschad mit keinem Wort ein. Er versicherte nur allgemein, Teheran wolle sich „konstruktiv“ daran beteiligen, internationale Probleme und Herausforderungen anzugehen. Die umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen nannte er „glorreich und voll demokratisch“.

Ahmadinedschad hatte schon im Vorfeld seines New-York-Besuchs für Protest gesorgt, als er bei einer Versammlung in Teheran erneut den Holocaust leugnete. Um das hermetisch abgesperrte Uno-Gebäude gab es den ganzen Tag über Protestdemonstrationen von Menschenrechtsgruppen.

In seiner von langen religiösen Ausführungen durchsetzten Rede griff Ahmadinedschad auch die USA und die Vereinten Nationen scharf an. Ohne Israel ausdrücklich zu nennen, sagte er: „Es ist nicht länger akzeptabel, dass eine kleine Minderheit die Politik, Wirtschaft und Kultur großer Teile der Welt durch ihre komplizierten Netzwerke beherrscht und eine neue Form der Sklaverei betreibt.“

Eine Sprecherin der deutschen Uno-Botschaft sagte, die deutsche Delegation habe diese Passage als „inakzeptabel antisemitisch“ empfunden und habe daher mit vielen anderen europäischen Kollegen den Saal verlassen.

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