Attentat
Opferzahl nach Bombenserie in Indien gestiegen

Nach den bislang schwersten Bombenanschägen im Nordosten Indiens ist die Zahl der Toten im Bundesstaat Assam auf 81 gestiegen. Laut indischer Behörden sind mehrere Verletzte in der Nacht zuvor gestorben. Viele der Opfer schwebten noch in Lebensgefahr.

HB NEU DELHI. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, wurden zudem mehr als 400 Menschen verletzt. Unterdessen nahm die Polizei mindestens drei Verdächtige fest. Unter anderem werde ein Mann verhört, dessen Auto bei einem der Anschläge benutzt wurde, berichteten indische Medien. In der Landeshauptstadt Guwahati und in zwei westlichen Distrikten waren am Donnerstag binnen weniger Minuten zwölf Bomben detoniert.

Sicherheitskräfte verdächtigen unter anderem die separatistische Vereinigte Befreiungsfront von Assam (ULFA), hinter der Anschlagserie zu stecken. Sie habe die Attacken möglicherweise gemeinsam mit der muslimischen Extremistengruppe Harkat-ul Jihadi-e-Islami (HuJI) aus dem benachbarten Bangladesch verübt, hieß es. Bangladeschs Regierung wies eine solche Vermutung am Samstag als „völlig grundlos“ zurück. Auch die ULFA hatte in einer Mitteilung an örtliche Medien bereits kurz nach den Bombenanschläge eine Beteiligung bestritten.

Indiens Premierminister Manmohan Singh sprach am Samstag in Guwahati mit Verletzten und Angehörigen der Opfer. Gleichzeitig wies er Vorwürfe zurück, seine Regierung sei untätig im Kampf gegen den Terrorismus. Die Verantwortlichen für die „feigen“ Anschläge würden zur Rechenschaft gezogen, erklärte Singh.

Seit Jahresbeginn ist Indien von mehreren Bombenserien erschüttert worden. Bei Anschlägen in der Touristenmetropole Jaipur im Nordwesten des Landes wurden im Mai 63 Menschen getötet. Im Juli starben in der westindischen Millionenstadt Ahmedabad 56 Menschen. Mindestens 24 Menschen kamen im Mitte September ums Leben, als in der Hauptstadt Neu Delhi kurz hintereinander fünf Sprengsätze detonierten. Zu den Anschlägen hatten sich militante Islamisten bekannt.

Nach Polizeiangaben waren am Donnerstag in Guwahati und in zwei westlichen Distrikten des Bundesstaates binnen weniger Minuten zwölf Bombendetoniert. Alleine in Guwahati waren mehr als 40 Tote zu beklagen. Indische Medien berichteten am Freitag von mehreren Festnahmen, was die Polizei zunächst nicht bestätigte. Die Nachrichtenagentur IANS zitierte einen ungenannten Polizeioffizier mit den Worten, die Ermittlungen kämen gut voran.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI wurden mehr als 20 Menschen befragt. Indische Medien berichteten, die Polizei verdächtige die separatistische Vereinte Befreiungsfront Assams (ULFA). Sie habe die Anschläge möglicherweise gemeinsam mit der muslimischen Extremistengruppe Harkat-ul-Jehadi (HUJI) aus dem benachbarten Bangladesch verübt. Die ULFA wies eine Beteiligung zurück. Die Polizei hatte in Assam im vergangenen Monat sieben mutmaßliche HUJI-Anhänger erschossen. Die Behörden hatten anschließend vor Anschlägen gewarnt.

Der indische Innenminister Shivraj Patil reiste am Freitag nach Assam. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der derzeit Indien besucht, verurteilte den "Terrorakt, der auf Zivilisten zielte". In Assam und anderen nordostindischen Bundesstaaten kämpfen neben der ULFA zahlreiche andere militante Gruppen für Autonomie oder Unabhängigkeit. Alleine in Assam kostete die Gewalt der Separatisten in den vergangenen knapp 30 Jahren mehr als 20 000 Menschen das Leben. In Indien gab es in diesem Jahr bereits mehrere Serien von Bombenexplosionen mit vielen Toten, so auch am 13. September in der Hauptstadt Neu Delhi.

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