Attentatsserie in Indien
Ein trauriger Tag für Indien

Eine verheerende Anschlagsserie auf vollbesetzte Pendlerzüge und Bahnhöfe in der indischen Metropole Bombay hat am Dienstag mehr als 160 Menschen das Leben gekostet.

HB BOMBAY/SRINAGAR. 460 weitere Menschen wurden Polizeiangaben zufolge verletzt, als während der abendlichen Hauptverkehrszeit innerhalb von zehn Minuten sieben Sprengsätze detonierten. Die Regierung in Neu-Delhi berief ein Krisentreffen ein und rief die höchste Alarmstufe aus. Nach Angaben des Innenministers wussten die Behörden, dass ein Anschlag geplant war, kannten aber weder Ort noch Zeit. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand, doch wurde eine Tat kaschmirischer Separatisten aus dem Grenzgebiet zwischen Pakistan und Indien nicht ausgeschlossen.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf verurteilte die Anschläge von Bombay umgehend als Terrortaten. Den Explosionen waren wenige Stunden zuvor offenbar ebenfalls aufeinander abgestimmte Gewaltakte in der nordindischen Unruheprovinz Kaschmir vorausgegangen. Dabei töteten mutmaßliche Islamisten sieben Menschen - darunter sechs Touristen.

Die Anschläge trafen Pendler in fünf Zügen und auf zwei Bahnhöfen in mehreren Vororten der 17-Millionen-Stadt. „Die Explosionen ereigneten sich, als die Züge am vollsten waren“, sagte D.K. Shankaran - der für Sicherheitsfragen zuständige Minister des Bundesstaates Maharashtra. Die Metropole war im vergangenen Jahrzehnt mehrfach von Bombenanschlägen erschüttert worden. 1993 starben mehr als 250 Menschen bei einer Anschlagsserie, für die die Behörden kriminelle Banden verantwortlich machten.

Viele Pendler flohen nach den Anschlägen in Panik aus den Bahnhöfen. Auf Fernsehbildern waren chaotische Szenen zu sehen: Menschen in blutverschmierter Kleidung trugen Leichen fort, während Verletzte auf Tragen weggebracht wurden. Ein Augenzeuge sagte, nach dem Anschlag seien weder Polizisten noch Mitarbeiter der Eisenbahn zur Stelle gewesen, um zu helfen. Sichtlich benommene Opfer mit Kopf-, Hand- und Beinverletzungen irrten auf den Bahnhöfen umher. Einige Zugwaggons waren durch die Detonation zu einem Blechknäuel deformiert worden.

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