Auf französischer Seite
Dutzende Flüchtlinge stürmen Eurotunnel

In einer „gut organisierten und koordinierten Aktion“ haben über hundert Flüchtlinge in der Nacht zum Samstag von Calais aus die Gleisanlagen des Eurotunnels gestürmt. Der Verkehr wurde zwischenzeitlich eingestellt.

London/CalaisFlüchtlinge haben am Samstag den Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien zeitweise lahmgelegt. Rund 200 Migranten versuchten am frühen Morgen, das gesicherte Gelände zu stürmen. Mehr als 100 von ihnen drangen kilometerweit in den Tunnel ein. Nach Angaben des Betreibers Eurotunnel musste der Zugverkehr durch den rund 50 Kilometer langen Tunnel mehrere Stunden ausgesetzt werden. Am Vormittag konnten die Züge mit Verspätungen bis zu 90 Minuten wieder durch eine der beiden Tunnelröhren fahren, wie es hieß.

Die Flüchtlinge hatten die Gleise auf der französischen Seite in Calais gestürmt. Ein Firmensprecher sprach von einer „gut organisierten und koordinierten Aktion“. Einige Flüchtlinge drangen bis zu 15 Kilometer in den Tunnel ein, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Präfektur in Calais berichtete. Zehn Menschen wurden leicht verletzt, darunter zwei Polizisten. Am Morgen wurde eine Gruppe von rund 300 Migranten daran gehindert, zu Fähren im Hafen von Calais zu gelangen.

Flüchtlingsrouten nach Europa <--! Unglücksstelle 1-->
Unglücksstelle

11.02.2015 - 330 Tote

3.10.2014 - 366 Tote

4.08.2011 - 125 Tote

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Unglücksstelle

29.07.2015 - 150 Tote

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Unglücksstelle

19.04.2015 - 700 Tote

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Unglücksstelle

1.06.2011 - 270 Tote

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Unglücksstelle

15.09.2014 - 500 Tote

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Unglücksstelle

11.06.2012 - 54 Tote

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Unglücksstelle

4.11.2014 - 24 Tote

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Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2006-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Marokko: 52
- Guinea: 50
- Senegal: 26

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Algerien (See): 734
- Kamerun: 1497
- Mali: 669 (Land)

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Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 39.651
- Eritrea: 33.559
- Unbekannt: 26.340

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2013

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Jan-Jun): 7.751

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 3.040
- Nigeria: 684
- Eritrea: 475

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 4- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 48.075
- Afghanistan: 12.475
- Somalia: 1.621 (Sea)
- Irak: 483 (Land)

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Kosovo: 22.059
- Afghanistan: 8.342
- Syrien: 7.320

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Vietnam: 257
- Afghanistan: 209
- Georgien: 171

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Albanien: 8.757
- Mazedonien: 31
- Georgien: 14

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2015

In der nordfranzösischen Hafenstadt kampieren noch immer tausende Flüchtlinge. Viele von ihnen versuchen, gesetzeswidrig durch den Tunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und wollen deswegen keinen Asylantrag in Frankreich stellen.

Seit Ende Juni kamen bei Versuchen, auf per Zug transportierten Lastwagen oder zu Fuß durch den Tunnel zu kommen, 13 Menschen ums Leben. Vor allem am Gelände um den Tunnel sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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