Aufstand in Syrien
Sicherheitskräfte schießen auf Demonstranten

Rund 5.000 Demonstranten versammelten sich am Montag auf einem Platz in der syrischen Stadt Homs. Hier wollten sie bis zum Sturz des Präsidenten Baschar Assad ausharren. Doch die Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer.
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Beirut Mehrere Menschen wurden getroffen. Die genaue Zahl der Opfer war zunächst nicht bekannt. In der Nacht forderte die Polizei einem Augenzeugen zufolge die Demonstranten zunächst über Lautsprecher auf, den Platz zu räumen. Kurz darauf seien Sicherheitskräfte vorgerückt und hätten erst mit Tränengas und dann mit scharfer Munition auf die Regimegegner gefeuert. "Die haben auf alles geschossen, überall war Rauch", berichtete ein Aktivist der Protestbewegung telefonisch aus Homs. "Ich sah Menschen am Boden liegen, manche in die Beine getroffen, manche in den Bauch." Andere Demonstranten bekräftigten seine Angaben.

Die Berichte konnten nicht von unabhängiger Seite nachgeprüft werden, da Syrien die Arbeit der Medien eingeschränkt und ausländische Journalisten ausgewiesen hat.

Nach wochenlangen Protesten hat das syrische Innenministerium nun auch weitere Demonstrationen im Land praktisch verboten. „Unter den gegenwärtigen Umständen und zur Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit ruft das Innenministerium die Bevölkerung auf, mit Demonstrationen oder Sitzblockaden aufzuhören“, hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Bei dem harten Durchgreifen der Sicherheitskräfte gegen die immer mutiger werdende Protestbewegung sind Menschenrechtsgruppen zufolge im letzten Monat mindestens 200 Menschen getötet worden. Die Platzbesetzung in Homs begann am Montag nach einem Trauermarsch von mehr als 10.000 Menschen für einige der Opfer von Zusammenstößen am Sonntag. Dabei sollen mindestens zwölf Menschen getötet worden sein.

Viele Syrer berichten auch von "Schabiha" genannten regierungstreuen Schlägertrupps, die in Wohnvierteln Angst und Schrecken verbreiteten. Die Regierung macht für die anhaltende Unruhe "bewaffnete Banden" fundamentalistischer Muslime verantwortlich, die einen islamistischen Staat errichten und das Volk terrorisieren wollten.

Das Innenministerium nannte am Montag ausdrücklich Salafisten als Urheber, Angehörige einer erzkonservativen Glaubensrichtung. Sie wollten "Emirate" errichten und die von Präsident Assad angekündigten Reformen missbrauchen. Assad hatte am Samstag die Aufhebung des seit beinahe 50 Jahre geltenden Ausnahmezustands, eine Hauptforderung der Demonstranten, für diese Woche in Aussicht gestellt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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