Ausgelieferte sollen Verbindung zu Drathziehern der Istanbuler Terroanschläge haben
Syrien liefert 22 Terror-Verdächtige aus

Damaskus hat 22 Menschen an Ankara überstellt, die in die Terrorattentate von Istanbul verstrickt sein sollen. Der am Samstag Festgenommene hat Al-Qaeda-Kontakte gestanden.

HB BERLIN. Syrien hat laut türkischen Medienberichten 22 Verdächtige an die Türkei ausgeliefert, die im Zusammenhang mit den vier Selbstmordanschlägen von Istanbul gesucht wurden. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Sonntag unter Berufung auf Polizeikreise, die Ausgelieferten hätten Verbindungen zu einem Verdächtigen, der «eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von zwei Fahrzeugen sowie bei der Organisation der Attentate spielte».

Die Männer seien nach den Attentaten nach Syrien geflohen. Unter ihnen sei Hilmi Tüglaoglü, der enge Verbindungen zu einem weiteren Hauptverdächtigen, Azat Ekinci, haben soll. Medien hatten berichtet, Ekinci habe mit falschen Papieren die Fahrzeuge besorgt, in denen später die Bomben vor den Synagogen detonierten.

Unterdessen hat der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf die Istanbuler Beth-Israel-Synagoge gestanden, dass er über Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaeda verfügt. Laut Berichten türkischer Zeitungen gab er an, Mitglied einer Teilgruppe der Organisation zu sein.

Der Verdächtige wurde am Samstag wegen versuchten Sturzes der verfassungsmäßigen Ordnung des Landes angeklagt. Er soll den Befehl für den Autobombenanschlag auf die Synagogen am 15. November erteilt haben, bei dem 61 Menschen starben.

Zeitungsberichten zufolge handelt es sich bei dem Angeklagten um einen 29-jährigen Türken aus dem Südosten des Landes, Yusuf Polat. Die Zeitung «Sabah» berichtete, die Mitglieder seiner Al-Qaeda-Gruppe, darunter einige der vier Selbstmordattentäter, hätten sich während einer Ausbildung in Afghanistan kennen gelernt.

Außerdem hat sich die militante Gruppe «Kampffront des Großen Islamischen Ostens» (IBDA-C) zu den Anschlägen bekannt. Diese Organisation sei als extrem gewaltbereit einzustufen, hieß es am Wochenende in deutschen Medien unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA).

Der Organisation seien zurzeit in Westeuropa etwa 40 Mitglieder zuzuordnen, berichteten die «Welt am Sonntag» und die ARD-Sendung «Report». Sie lebten in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Schweden.

Das US-Nachrichtenmagazin «Time» macht hingegen unter Berufung auf türkische Ermittler die so genannte Türkische Hizbullah für die Istanbul-Anschläge verantwortlich. In der als Vereinigung sollen etwa 20.000 Moslemextremisten in der Region um die Stadt Bingöl nahe der Grenze zu Irak lose zusammengeschlossen sein.

Drei der vier Selbstmordattentäter kommen dem Bericht zufolge aus Bingöl. Die Türkische Hizbullah habe nichts mit der libanesischen Schiitenvereinigung gleichen Namens zu tun. Auch türkische Medien berichteten über Ermittlungen gegen die Hizbullah.

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