Auslandsbesuch
Clinton kritisiert Medienpolitik der Türkei

Bei ihrem Besuch in Istanbul äußerte sich Hillary Clinton besorgt über die Festnahme türkischer Journalisten. Doch sie fand auch lobende Worte.
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IstanbulUS-Außenministerin Hillary Clinton hat bei ihrem Besuch in Istanbul die Entwicklung der Türkei gelobt, sich jedoch auch kritisch zu der Medienpolitik des Landes geäußert. Die Festnahme von Dutzenden Journalisten bereite ihr Sorgen, sagte Clinton am Samstag in Istanbul. Die Repression der Medien passe nicht zu den wirtschaftlichen und politischen Fortschritten, die die Türkei in den vergangenen Jahren erzielt habe.

Türkische Medienverbände hatten erklärt, dass über 60 Journalisten aufgrund zweifelhafter Beweise verhaftet worden seien. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa spricht von 57 vor allem wegen Terrorvorwürfen inhaftierten Journalisten.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hingegen hatte im April erklärt, derzeit würden sich 26 Journalisten in Haft befinden. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe hätten nichts mit ihrem Beruf zu tun.

Clinton lobte in ihrer Rede in einem Istanbuler Kaffeehaus jedoch auch die Entwicklung der Türkei und sagte, das Land könne ein Modell für die arabischen Staaten auf ihrem Weg zur Demokratie sein. Die Türkei habe „viele Erfahrungen zu teilen“ und könne als Inspiration für Länder wie Tunesien, Ägypten, Jemen und Syrien dienen, sagte die US-Außenministerin.

Clinton ermutigte die Türkei, ihrer Rolle als Brücke zwischen dem Westen und der arabischen Welt weiterhin gerecht zu werden. „Ich glaube es gibt keinen Grund für die Türkei, vom Westen in den Osten zu wechseln“, sagte Clinton. „Warum sollte man das eine für das andere aufgeben? Ihr könnt in beide Richtungen blicken und mir erscheint das als unglaublicher Vorteil.

 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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