Autobombe
Schon wieder Anschlag in Pakistan

Nach dem verheerenden Bombenattentat auf die pakistanische Politikerin Benazir Bhutto kommt das Land nicht zur Ruhe. In der Provinz Belutschistan ist am Morgen wieder eine Autobombe explodiert und hat mehrere Menschen getötet. Bhutto hat unterdessen bekräftigt, sich weiter im Land engagieren zu wollen.

HB ISLAMABAD. Bei dem Autobombenanschlag im Südwesten Pakistans sind nach unterschiedlichen Agenturangaben mindestens vier, womöglich aber mehr als sieben Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Auch ein Kind und zwei Frauen seien unter den Toten, teilte die Polizei mit. Der Anschlag habe sich in der Provinz Baluchistan ereignet. Nach den Polizeiangaben explodierte ein Fahrzeug neben einem Kleintransporter im Bezirk Dera Bugti. Viele der Verletzten befanden sich nach Angaben von Medizinern in kritischem Zustand. Aus Geheimdienstkreisen hieß es, die Detonation sei per Fernzündung ausgelöst worden. Anschlagsziel sei offenbar der Sohn eines lokalen Stammesführers gewesen. Er sei aber unverletzt geblieben.

In Baluchistan kämpfen Rebellen seit Jahrzehnten für Autonomie und eine größere Beteiligung an den Gewinnen aus der Rohstoffindustrie. Wiederholt griffen sie etwa Gas-Pipelines an. Auch Sicherheitskräfte nahmen sie in der Vergangenheit ins Visier. Verbindungen zu islamischen Extremisten haben die Rebellen aber nicht.

Die frühere pakistanische Premierministerin Benazir Bhutto will ungeachtet des Attentats auf sie bei der Parlamentswahl im Januar antreten. In einem Interview sagte Bhutto dem britischen Sender BBC, sie rechne damit, dass noch weitere Anschläge auf sie verübt würden. Bei dem Anschlag nur wenige Stunden nach ihrer Rückkehr nach acht Jahren im Ausland waren in der Nacht zum Freitag etwa 140 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt worden. Bhutto selbst blieb unverletzt. Sie war am Donnerstag nach acht Jahren im Exil nach Pakistan zurückgekehrt.

Die pakistanische Regierung hat jegliche Mitschuld am Anschlag auf Bhutto zurückgewiesen. Die Behörden hätten die größtmögliche Sicherheit gewährleistet, sagte der stellvertretende Informationsminister Tariq Azim. Im Eifer des Gefechts seien nach dem Attentat Aussagen gemacht worden, die wohl nicht wiederholt würden, wenn sie die Gemüter beruhigt hätten. „Es wurden Namen erwähnt und Anspielungen gemacht, ohne einen triftigen Grund oder einen Beweis anzuführen, und das ist unfair“, sagte Azim.

Er bezog sich auf Äußerungen aus Bhuttos Umfeld, wonach der pakistanische Geheimdienst oder Regierungskreise in den Anschlag verwickelt gewesen sein könnten. Bhutto selbst äußerte den Verdacht, dass die Attentäter Helfer im Behördenapparat hatten. „Bestimmte Personen“ hätten „ihre Macht missbraucht“. Die Polizei machte indes islamische Extremisten für die Tat verantwortlich.

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