Baker-Kommission
Amerikanische Diplomaten sprechen kaum Arabisch

Nach dem Bericht der Baker-Kommission spricht nur ein Bruchteil der US-Botschaftsmitarbeiter im Irak Arabisch. Dies behindere die Wideraufbaubemühungen. Nach Aussage des Auswärtigen Amtes sind solche Sprachschwieriggkeiten jedoch auch bei deutschen Diplomaten normal.

Von 1000 Mitarbeitern der US-Botschaft im Irak sprechen nur sechs fließend Arabisch. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht einer vom Ex-Außenminister James Baker geführten Expertenkommission zum Irak hervor. 33 Beschäftigte hätten Kenntnisse in der Sprache.

„All unsere Anstrengungen im Irak, militärische und zivile, werden durch einen Mangel an Sprachkenntnis und kulturellem Verständnis behindert“, schreiben die Verfasser, fünf Demokraten und fünf Republikaner, in dem Bericht weiter. Er enthält eine Empfehlung an die Regierung, dem Spracherwerb und kulturellen Schulungen für künftige US-Vertreter im Irak höchste Priorität einzuräumen.

Allerdings sind mangelnde Sprachkentnisse nicht ungewöhnlich. „Im arabischsprachigen Raum ist es die Regel, dass nur eine Minderheit der Botschaftsmitarbeiter die Landessprache spricht", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gegenüber Handelsblatt.com.

Durch ein Rotationsprinzip wechseln die Diplomaten in der Regel alle drei Jahre ihren Einsatzort. Schon dadurch ist es kaum möglich, immer die Landessprache zu können. „Es ist auch nicht bei jedem Posten erforderlich", sagte der Außenamts-Sprecher. Vieles könne durch Dolmetscher erledigt werden.

In Schlüsselpositionen werde jedoch auf Kenntnisse der Landessprache geachtet. So spreche der deutsche Botschafter in Bagdad, Martin Kobler, verhandlungssicher Arabisch.

Um die Sprachfähigkeiten zu verbessern, bildet das Auswärtige Amt derzeit im Rahmen eines dienstbegleitenden Arabischunterrichtes 150 Mitarbeiter aus - vor rund zehn Jahren waren es nur 38 Diplomaten.

Allerdings können diese dafür meist nicht vom Dienst freigestellt werden und müssen in ihrer Freizeit Vokabeln lernen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bemühe sich nun um eine Änderung durch den Aufbau einer Personalreserve. "Das ist in den USA viel besser", sagte der Sprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%