Balkenende wendet sich an seine Landsleute
Niederlande: Acht Festnahmen bei Razzien

Die niederländische Polizei hat im Rahmen einer Anti-Terror-Razzia innerhalb von 24 Stunden acht Verdächtige festgenommen. Nach einer spektakulären Aktion in Den Haag, bei der zwei Beamte durch die Explosion einer Handgranate schwer verletzt wurden, gingen der Polizei am Mittwoch in Amsterdam und Amersfoort fünf weitere Verdächtige ins Netz.

HB DEN HAAG. Nach Medienberichten machten die Beamten in Amsterdam vier und Amersfoort eine Festnahme. Zur Identität der Festgenommen und der Frage, ob sie untereinander in Verbindung standen, teilten die Behörden zunächst nichts mit.

Im Zentrum von Den Haag hatte die Polizei am Mittwochmorgen in einem Ausländerviertel versucht, zwei Terrorverdächtige festzunehmen. Dabei wurden die Beamten verletzt. Ein Wohngebiet wurde abgeriegelt, Einwohner aus Wohnungen evakuiert, der Luftraum über Den Haag gesperrt. Einheiten in kugelsicheren Westen und Scharfschützen belagerten 14 Stunden lang ein Haus und nahmen schließlich zwei Verdächtige fest. Dabei wurde einer der Verdächtigen an der Schulter verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Wenige Stunden zuvor hatten Sicherheitskräfte im Raum Utrecht einen weiteren Verdächtigen festgenommen.

Seit der Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh am Dienstag vergangener Woche hält eine Welle der Gewalt die Niederlande in Atem. Nur wenige Stunden nach der Beisetzung Van Goghs war in der Nacht zum Mittwoch eine Koranschule in Uden bei Eindhoven bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Auf die Wände der Ruine schrieben die Täter „Theo, ruhe in Frieden“. In Heerenveen im Norden der Niederlande wurde ein Brand in einer Moschee schnell gelöscht. So geschah es auch in einer Kirche in Boxmeer unweit der deutschen Grenze bei Goch. Bereits an den Vortagen hatte es Anschläge auf Moscheen, Koranschulen und Kirchen gegeben.

Ministerpräsident Jan Peter Balkenende rief seine Landsleute nachdrücklich auf, sich nicht in einen Strudel der Gewalt ziehen zu lassen. Die EU-Kommission warnte davor, dass sich fremdenfeindliche Gewalttaten wie in den Niederlanden auch in anderen europäischen Ländern ereignen könnten.

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