Ban Ki Moon
Warum Ban Ki Moon für die Uno zur Last wird

Heute beginnt für Ban Ki Moon ein ganz besonderer Uno-Gipfel. Er kämpft darum, nicht als Generalsekretär ohne einen einzigen nennenswerten Erfolg in die Geschichte der Vereinten Nationen einzugehen. Teile der Verwaltung und einige Mitgliedsländer leiden sehr unter seiner Tatenlosigkeit.

NEW YORK. Seine Stimme ist schwach. Sie dringt nicht durch. Die Lippen in seinem maskenhaften Gesicht öffnen sich kaum. Seine Worte, seine Sätze, Sätze in hoher Tonlage, sind so formelhaft, dass jeder im Saal ihnen problemlos zustimmen kann, gleich welche Interessen er verfolgt. Die Sätze fallen resonanzlos zu Boden.

Auf einem Podium im Internationalen Konferenz Zentrum in Genf steht Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er spricht über den Klimawandel. Die Menschen im Saal strengen sich an, seiner Rede zu folgen. Bis er sie mit einem Ausbruch überrascht. "Unser Fuß ist auf dem Gaspedal angeklebt, und wir steuern auf einen Abgrund zu." Raunen. Oha.

Ban hält inne, so wie es gute Redner tun, wenn sie den Nachhall einer wichtigen Botschaft, einer entscheidenden Sentenz wirken lassen wollen.

Da warnt einer vor einer gewaltigen Katastrophe. Sein Sprachbild wird sich schnell in alle Welt verbreiten.

Ein Diplomat flüstert: "Warum sagt Ban so etwas wie mit dem Gaspedal nicht öfter und mit viel Leidenschaft?"

Ban wird zu einer Last für die Weltorganisation

Das ist eine gute Frage. Und der Umstand, dass Ban nicht öfter so redet, als wolle er Menschen für eine Sache gewinnen, ein Thema setzen, seine Organisation führen, ist ein Grund dafür, dass er mächtig unter Druck steht, wenn heute in New York der Klimagipfel der Vereinten Nationen beginnt. Denn Ban, ihr Spitzenmann, ist im Vorfeld nicht mit einem Thema, nicht mit einer Haltung aufgefallen, wieder einmal, was den Zweifel nährt, ob er der Richtige für den Posten des Uno-Generalsekretärs ist. Ob er es je war.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt im Januar 2007 entwickelt sich Ban zu einer Last für die Weltorganisation. Der Chef hat keinen einzigen durchschlagenden Erfolg vorzuweisen. Weder konnte er helfen, einen der vielen Konflikte dieser Welt zu lösen; noch hat er im Kampf gegen Unterdrückung und Armut etwas bewirkt. Seine Amtszeit könnte als verlorene Zeit in die Geschichte der Uno eingehen. Kein Mumm, kein Schwung, keine Ideen.

Und so passiv wie der Generalsekretär wirken auch die Vereinten Nationen. Das renommierte US-Magazin "Foreign Policy" warnt vor einer "irrelevanten" Uno. Ban sei ein "Dilettant auf der internationalen Bühne". Das mache ihn "zum weltweit gefährlichsten Koreaner" noch vor Nordkoreas Diktator Kim Jong Il. Das ist drastisch, doch auch Uno-Experten kritisieren, da gebe sich ein Karrierist damit zufrieden, an der Spitze der Großorganisation zu stehen.

Selbst die Gesandten der Uno-Mitglieder halten sich nun nicht mehr zurück. "Frieden schaffen, Menschenrechte sichern und die Entwicklung in armen Ländern voranbringen sind die großen Themen der Uno", betont im Schatten des Uno-Glaspalastes ein hochrangiger europäischer Diplomat. Dass der Unterhändler den Namen Ban dabei nicht einmal erwähnt, ist ein vernichtendes Urteil in diesem Kosmos der verklausulierten Botschaften.

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