Barack Obama
Sicherheitsmaßnahmen in Sotschi sind „gewaltig“

Die Eröffnung der Winterspiele in Sotschi steht bevor, die Sicherheitsvorkehrungen laufen auf Hochtouren. Obama nennt die russischen Maßnahmen in einem Fernsehinterview „gewaltig“ und plaudert aus dem Putin-Nähkästchen.
  • 0

WashingtonVor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi hat US-Präsident Barack Obama die Sicherheitsbemühungen der russischen Behörden als "gewaltig" bezeichnet. In einem am Donnerstag vorab in Auszügen veröffentlichten Interview mit dem Fernsehsender NBC sagte Obama, der russische Einsatz zur Verhinderung eines möglichen Terroranschlags oder von Gewalt bei den Winterspielen sei enorm. "Sie haben eine Menge Mittel aufgewendet", sagte Obama angesichts der bislang beispiellosen Sicherheitsmaßnahmen bei Olympischen Spielen.

"Wir stehen in ständigem Informationsaustausch mit ihnen sowohl auf der Ebene der Strafverfolgung als auch auf der militärischen und der geheimdienstlichen Ebene", sagte Obama in dem Interview, das im Laufe des Tages ausgestrahlt werden sollte. Die USA arbeiteten mit den russischen Behörden permanent zusammen, damit nicht nur "unsere Athleten sicher sind, sondern jeder, der diese Spiele besucht".

Überhaupt scheint Obama zu wissen, wie sein russischer Kollege Wladimir Putin tickt. Teil der „Masche“ des Kremlchefs sei es, in seiner Heimat den taffen Typen zu geben, sagte Obama in dem Interview.

Dabei gab er auch Details über seinen persönlichen Umgang mit Putin preis. Der russische Staatschef habe ihn immer mit größtem Respekt behandelt. Wenn er mit ihm zusammentreffe, sei da eine Menge Humor und ein Geben und Nehmen im Spiel, sagte Obama weiter. Doch in der Öffentlichkeit sei es Putins Stil, sich zurückzulehnen und bei gemeinsamen Interviews „etwas gelangweilt“ dreinzublicken.

Die Winterspiele in Sotschi beginnen am Freitag. Sie sind das größte internationale Ereignis in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Russlands Staatsfeind Nummer eins, der islamistische Rebellenführer Doku Umarow, hatte im Sommer gedroht, das Sportfest "mit allen Mitteln" zu verhindern. Zwei Selbstmordattentate im 700 Kilometer von Sotschi entfernten Wolgograd mit mehr als 30 Toten hatten der Drohung Ende Dezember neue Brisanz verliehen.

Auch die USA haben unmittelbar vor Beginn der Olympischen Winterspiele Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So sollen vorübergehend jegliche Flüssigkeiten im Handgepäck auf Russlandflügen verboten werden. Das Verbot der nationalen Behörde für Transportsicherheit TSA gelte auch für Gels und Spraydosen, berichtete der TV-Sender ABC am Donnerstag unter Berufung auf einen Beamten.

Am Mittwoch hatten die USA vor Sprengstoff in Zahnpasta-Tuben in Flugzeugen auf dem Weg nach Russland gewarnt. Terroristen könnten in Tuben oder Kosmetik-Behältern Sprengstoff-Bestandteile an Bord schmuggeln. Während des Fluges könnten sie daraus Bomben bauen. Das würden Erkenntnisse der US-Geheimdienste nahelegen, berichteten US-Medien unter Berufung auf Regierungsbeamte. Die Bedrohung sei vermutlich auf Flüge von Europa nach Russland beschränkt, hieß es.

Die USA sorgen sich seit Wochen um die Sicherheit ihrer Sportler und Zuschauer in Sotschi. Wettkämpfer sollten die Team-Kleidung mit der US-Flagge außerhalb des Olympischen Dorfes nicht offen zur Schau tragen, warnten Regierung und das nationale Olympische Komitee.

Das Außenministerium warnte US-Bürger, die in den Schwarzmeer-Kurort reisen, vor der Gefahr von Anschlägen. Teilweise war von Evakuierungsplänen im Fall von Anschlägen die Rede. Für den Notfall kreuzen zwei US-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. Die USA hatten Russland auch Hilfe in Sicherheitsfragen angeboten.

Die russische Schwarzmeerstadt gleicht schon seit Wochen einer Festung: Dort und in der Umgebung sind rund 40.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Für die Sicherheit sollen zudem Überwachungssatelliten, Drohnen und Boden-Luft-Raketen sorgen. Im Schwarzen Meer kreuzen während der Spiele zwei US-Kriegsschiffe. Im Notfall sollen sie die russischen Sicherheitskräfte unterstützen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Barack Obama: Sicherheitsmaßnahmen in Sotschi sind „gewaltig“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%