Baskische Terrororganisation
Polizei nimmt Eta-Militärchef fest

Der Polizei ist zum dritten Mal binnen eines halben Jahres ein schwerer Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation Eta gelungen. Bei einer grenzüberschreitenden Aktion in Frankreich und Spanien nahmen die Beamten nicht nur den Eta-Militärchef fest.

MADRID. Französische Sicherheitskräfte nahmen am Wochenende den erst im Dezember ernannten Militärchef der Separatisten fest. In einer grenzüberschreitenden Aktion wurden gleichzeitig acht weitere mutmaßliche Eta-Mitglieder geschnappt. Der 28-jährige Jurdan Martitegi wurde in einem kleinen Ort in den französischen Pyrenäen mit zwei weiteren Eta-Mitgliedern gestellt. Im spanischen Baskenland setzte die Polizei sechs Eta-Anhänger fest, darunter eine Frau.

Martitegi trug offiziellen Angaben zufolge zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine Pistole, machte aber keinen Gebrauch davon. Der fast zwei Meter große, kräftig gebaute und im Eta-Jargon als "Riese" bezeichnete Mann ergab sich demnach mit den Worten: "Ich bin Jurdan Martitegi." Der Militärchef hatte sich offenbar in Begleitung eines Leibwächters in der Nähe von Perpignan im französischen Baskenland mit dem 29-jährigen Chef einer Eta-Zelle getroffen. Die sechs auf der spanischen Seite Festgenommenen gehörten den Angaben zufolge dieser Zelle an. Sie waren demnach zwischen 26 und 32 Jahre alt.

Die französische Polizei stellte drei Pistolen, ein gestohlenes Fahrzeug mit falschen Kennzeichen sowie Ausrüstung und Anleitungen zum Bombenbau sicher. Der Ort Montauriol, in dem der Militärchef mit seinen Komplizen gefasst wurde, liegt etwa zehn Kilometer nördlich der Grenze zu Spanien.

Martitegi gilt als einer der gefährlichsten Männer in der Region. In Frankreich und Spanien hängt sein Steckbrief an allen Bahnhöfen und Flughäfen. Der 28-Jährige folgte als Militärchef im Dezember Aitzol Iriondo "Balak" nach, der im November Garikoitz Aspiazu Rubina abgelöst hatte. "Balak" und Rubina waren beide festgenommen worden. Ein weiterer Spitzen-Kommandeur der Gruppe, Francisco Javier Lopez Pena "Thierry", war nach mehr als 20-jähriger Flucht im vergangenen Mai im südfranzösischen Bordeaux gefasst worden.

Seit den 1960er Jahren hat die Untergrundorganisation Eta, die für einen autonomen Baskenstaat im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs kämpft, mehr als 800 Menschen getötet. Nach Einschätzung der spanischen Regierung hat sich die Zahl der Eta-Kämpfer nach einer Reihe von Festnahmen führender Mitglieder auf eine relativ kleine Zahl reduziert. Dennoch verübt die Gruppierung immer wieder Anschläge.

Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte die Friedensverhandlungen mit der Eta im Jahr 2006 nach einem Anschlag auf den Flughafen von Madrid abgebrochen. In der Europäischen Union steht die Gruppe auf der Liste der terroristischen Organisationen.

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