Bericht der „New York Times“
Iraks Ministerpräsident arbeitete angeblich für die CIA

Laut einem Zeitungsbericht war der neue irakische Ministerpräsident Ijad Allaui in den frühen 90er Jahren für den US-Geheimdienst CIA tätig. Er soll dabei an der Planung von Sabotageakten im Irak mitgewirkt haben.

HB NEW YORK. Allaui habe eine Gruppe von Agenten geleitet, die in Bagdad Bomben gelegt und Regierungseinrichtungen sabotiert hätten, berichtete die „New York Times“ in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf frühere CIA-Mitarbeiter. Allauis Gruppe habe mit Autobomben und anderen vom Nordirak nach Bagdad geschmuggelten Sprengsätzen versucht, den damaligen Machthaber Saddam Hussein aus dem Amt zu drängen. Allerdings sei die Wirksamkeit der Anschläge umstritten, die Herrschaft Saddams sei nie gefährdet worden.

Die Regierung Saddams habe damals behauptet, bei den Anschlägen seien zahlreiche Zivilisten getötet worden, berichtete das Blatt weiter. Unter anderem soll ein Sprengsatz in einem Kino explodiert sein. Ob es allerdings wirklich zivile Opfer gegeben habe, sei nie bestätigt worden, weil die USA zu dem Zeitpunkt keine bedeutenden Geheimdienstquellen im Land gehabt hätten.

Allaui wurde Ende Mai zum Ministerpräsidenten der Übergangsregierung ernannt, die am 30. Juni die Macht von den US-geführten Besatzungstruppen übernehmen soll. Damit wurden er und Präsident Ghasi Yauar auf die wichtigsten Posten gesetzt, während der frühere Favorit des US-Verteidigungsministeriums, Ahmad Chalabi, ins zweite Glied rückte. Die CIA will nun untersuchen, ob Chalabi geheime Informationen weitergegeben hat.

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