Berlusconi-Entscheidung
Italiens Firmenchefs warnen vor Regierungskrise

Italien droht das politische Chaos. Manager blicken mit Sorge auf die Entwicklung. Enel-Chef Conti und Unicredit-Chef Ghizzoni warnen: Eine Regierungskrise würde einen möglichen Aufschwung abbremsen.
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MailandItaliens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi kämpft um sein politisches Überleben. Während der Cavalliere damit droht, die Koalitionsregierung in Rom aufzukündigen und das Land ins Chaos zu stürzen, warnen Unternehmenschefs vor einer Zuspitzung der Lage. „Eine Regierungskrise wäre ein schwerer Schlag. Damit würde der Aufschwung, den wir kommen sehen, gebremst, weil die politische Kontinuität fehlen würde“, sagte Fulvio Conti, der Vorstandsvorsitzende des größten italienischen Versorgers Enel dem Handelsblatt.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Großbank Unicredit, Federico Ghizzoni, sorgt sich um den Aufschwung. „Ich bin überzeugt, dass Italien sich erholt und das wir im vierten Quartal ein Wachstum sehen werden “, sagte Ghizzoni. „Aber eine Regierungskrise würde das infrage stellen“, sagte er.

„Wir hinken schon jetzt dem Rest Europas hinterher. Mit einer Krise würden wir die Lage noch verschlimmern“ sagte der Präsident des börsennotierten Bremsenherstellers Brembo, Alberto Bombassei, der seit dieser Legislatur im Parlament sitzt. „Ich hoffe, dass der gesunde Menschenverstand gegenüber den Einzel- und persönlichen Interessen überwiegt“, sagte er.

Berlusconis Schicksal stand am heutigen Montag auf der Tagesordnung des zuständigen Senatssausschusses. Der muss entscheiden, ob der frühere Regierungschef seinen Sitz im Senat aufgeben muss, weil er im August von einem Gericht rechtskräftig verurteilt worden ist.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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