Besuch in Ägypten und Jordanien
Kauder auf Nahost-Mission

Unionsfraktionschef Kauder reist nach Ägypten und trifft Präsident Al-Sisi. Das Land soll als Stabilitätsfaktor in der Region gestärkt werden. Die Arabische Liga plant derweil die Gründung einer gemeinsamen Streitmacht.
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DüsseldorfUnionsfraktionschef Volker Kauder sieht Deutschland in der Pflicht, Ägypten als Stabilitätsfaktor in der arabischen Welt zu stärken. Die Region sei ein Pulverfass und die Entwicklung in Libyen, Syrien und im Jemen bedrohten direkt auch die Sicherheit in Deutschland und Europa, sagte Kauder der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Er mahnte: „In Libyen droht der Zerfall des Staates. In Syrien und Jemen herrschen Bürgerkriege.“ Die Terrorgruppe Islamischer Staat habe unzählige Menschen getötet - natürlich auch im Irak. „Sollte sich auch noch Ägypten destabilisieren, dann stünde die arabische Welt von der algerischen Grenze bis zur iranischen Grenze in Flammen. Dies müssen wir in unserem ureigensten Interesse doch verhindern.“

Der CDU-Politiker reiste am Wochenende nach Ägypten und trifft am Montag in Kairo Präsident Abdel Fattah al-Sisi sowie den Großscheich der Al-Azhar, Ahmed al-Tajib, und Vertreter der deutschen Wirtschaft. Kauder sagte, die wirtschaftliche Entwicklung in dem Land sei für den demokratischen Prozess von großer Bedeutung. „Je stärker ein Land wirtschaftlich ist, desto eher kann es über den militärischen Fähigkeiten hinaus stabilisierend in der Region wirken.“

Bevor Kauder am Donnerstag zurückfliegt, kommt er in Jordanien mit König Abdullah II zusammen. Kauder setzt sich seit Jahren für die religiöse Vielfalt und speziell für die Kopten in der Region ein.

Ägypten und Jordanien seien wichtige Partner im Kampf gegen Terrorismus und für Frieden und Stabilität „in einer Region, die wirklich ein Pulverfass ist“, sagte er. „Es ist von großer Wichtigkeit, gerade in diesen schwierigen Zeiten mit der ägyptischen Führung in engem Kontakt bleiben.“ Europa müsse ein Interesse daran haben, dass sich dieses bevölkerungsreichste arabische Land wirtschaftlich und gesellschaftlich friedlich weiterentwickele.

Al-Sisis Regierung will die marode Wirtschaft vier Jahre nach der Revolution in Schwung bringen. Er war zuvor Armeegeneral und hatte 2013 seinen islamistischen Vorgänger Mohammed Mursi entmachtet. Seitdem geht die Regierung hart gegen Islamisten vor. Menschenrechtler beklagen zunehmende Polizeigewalt unter Al-Sisi.

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