Betreiberkonsortium drängt auf klare Zuständigkeiten
Galileo-Rettung kostet EU bis zu drei Milliarden Euro

Die Rettung des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo wird teurer als geplant. Aus dem EU-Budget sollen zwei bis drei Mrd. Euro fließen, sagte EU-Transportkommissar Jacques Barrot dem Handelsblatt in Paris. Bisher war von 1,7 Mrd. Euro die Rede.

HB PARIS/MÜNCHEN. Außerdem soll die EU die Risiken bei Bau und Stationierung von 30 Satelliten übernehmen. Die Industrie hatte es abgelehnt, Kosten und Risiken in privater Regie zu tragen. Wegen der Mehrkosten werde sich wohl auch der EU-Gipfel im Juni mit Galileo beschäftigen, so Barrot.

Das Betreiberkonsortium und der Generalunternehmer drängen auf klare Zuständigkeiten. „Wenn Deutschland als größter EU-Beitragszahler eine Führungsrolle übernimmt, wäre das hilfreich“, sagte Jürgen Ackermann, Chef des Galileo-Generalunternehmers ESNIS dem Handelsblatt. Das Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Satellitenhersteller baut derzeit Testsysteme. „Unsere Zulieferer brauchen noch in diesem Jahr Folgeaufträge, sonst ist der Zeitplan in Gefahr“, sagte Ackermann in München. Zugleich wendet sich ESNIS gegen eine stärkere Einflussnahme der eruopäischen Weltraumagentur ESA. „Sollte die Struktur verändert werden, drohen weitere, erhebliche Verzögerungen“ sagte Ackermann 2011 soll Galileo funktionsfährig sein, und ist damit bereits drei Jahre hinter dem Zeitplan.

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