Bewaffenete verschleppten jugendliche Demonstranten
Straßenschlacht nahe der Universität Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Mittwoch Augenzeugen zufolge zu Straßenschlachten zwischen Jugendlichen, der Polizei und den so genannten Wächtern der Revolution gekommen.

Reuters TEHERAN. Ein Augenzeuge berichtete, die Polizei habe Tränengas auf protestierende Jugendliche abgefeuert, die am Jahrestag des Studenten-Aufstands von 1999 für mehr Demokratie im Iran in der Nähe der Universität demonstrieren wollten. Gleichzeitig seien Polizeibeamte gewaltsam gegen die in Zivil auftretenden radikalen Islamisten, eine Art Bürgerwehr, vorgegangen, um sie an Prügeleien mit den Jugendlichen zu hindern.

Zuvor hatten iranische Studentenführer am Mittwoch Kundgebungen abgesagt, mit denen der Proteste am 9. Juli 1999 gedacht werden sollte. Nach der Bekanntgabe auf einer Pressekonferenz in Teheran waren drei Studentenführer Augenzeugen zufolge von Mitgliedern der islamistischen Bürgerwehr gefasst und weggebracht worden.

Die Sicherheitskräfte hätten geplant, hart gegen Demonstranten vorzugehen, sagte ein Studentenführer. „Wir wollten der Bewegung nicht schaden und diesen hohen Preis zahlen“, sagte er. Die iranischen Behörden haben wegen der jüngsten Studentenproteste alle Versammlungen außerhalb der Universitäten verboten. Mehrere Studentenunterkünfte wurden geschlossen und Prüfungen verschoben.

Bewaffnete hätten mehrere Studenten, die die Pressekonferenz nach deren Ende verlassen wollten, angegriffen und drei von ihnen verschleppt, sagte der Studentenführer Matin Meschkini der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir können nicht von einer Festnahme reden, es war eine Entführung“, sagte Meschkini.

Bei den jüngsten, teilweise gewaltsamen Demonstrationen waren im Juni rund 4 000 Personen festgenommen worden. Die Studenten hatten unter anderem mit einer Demonstration vor der Uno-Vertretung in Teheran an die Massenproteste des Jahres 1999 erinnern wollen. Damals hatten Bürgerwehren eine Studentenunterkunft der Universität von Teheran angegriffen und einen Mensch getötet. Fünf Tage lang war es daraufhin zu Massenprotesten gekommen.

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