Biografie des Ex-Präsidenten
Wie Bush Senior den Junior verteidigt

Für seine Außenpolitik musste der frühere Präsident George W. Bush reichlich Prügel einstecken. Sein Vater nimmt ihn jetzt in einer Biografie in Schutz. Und feuert gegen Cheney und Rumsfeld – den „arroganten Gesellen“.

WashingtonDer ehemalige US-Präsident George H.W. Bush hat in einer neuen Biografie zwei enge Vertraute seines Sohnes in dessen Zeit als Staatschef attackiert. Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe George W. Bush schlecht beraten und sein Vizepräsident Dick Cheney habe seine eigene Macht ausgebaut, erklärt Bush Senior in dem Buch, das kommende Woche veröffentlicht wird. Eine Kopie davon lag der „New York Times“ vor.

Bedeutet im Umkehrschluss: Nicht sein sein Sohn sei Schuld an den außenpolitischen Fehlern, die ihm angehängt werden. Stattdessen hätten beide Hardliner Bush junior zu Militäreinsätzen rund um die Welt gedrängt. Am Ende habe aber sein Sohn den „großen Fehler“ zu verantworten, Cheney gewissermaßen zu erlauben, „sein eigenes Außenministerium“ im Weißen Haus aufzubauen.

Cheney war bereits Mitglied im Kabinett des älteren Bush. Unter George W. habe er aber ein anderes Gesicht gezeigt. „Er wurde zu einem Hardliner und sehr anders als der Dick Cheney, den ich kannte, und mit dem ich gearbeitet hatte“, heißt es in dem Buch namens „Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush“ („Schicksal und Macht: Die amerikanische Odyssee von George Herbert Walker Bush“). Der heute 91-jährige Bush sagte seinem Biografen John Meacham in Interviews, Cheney habe sich offenbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verändert. Danach habe er sich hinter jene gestellt, die mit Gewalt den Willen der USA im Nahen Osten durchsetzen wollten.

Cheney war ebenso wie Rumsfeld eine zentrale Figur bei der von den USA angeführten Invasion im Irak. Über den Ex-Verteidigungsminister, der während des Irak-Einmarschs ein „arroganter Geselle“ gewesen sei, heißt es in dem Buch: „Ich denke, er hat dem Präsidenten schlecht gedient. Ich mochte nicht, was er tat, und ich denke, es hat dem Präsidenten geschadet, seine eisenharte Ansicht zu allem zu haben.“

Die Entscheidung seines Sohnes, im Irak einzumarschieren, stellt der ältere Bush nicht infrage. Er kritisiert aber dessen Wortwahl, etwa die von der „Achse des Bösen“ in der Rede zur Lage der Nation im Jahr 2002. „Wenn man zurückgeht zu der „Achse des Bösen“ und diesen Dingen, denke ich, dass es historisch bewiesen sein könnte, dass sie keinen Nutzen gebracht haben.“

Die Biografie „Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush“ erscheint in der kommenden Woche. Bush senior war von 1989 bis 1993 US-Präsident, zuvor amtierte er als Vizepräsident von Ronald Reagan. Sein Sohn war von 2001 bis 2009 im Weißen Haus.

Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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