Biosprit-Wende der EU
E10 droht der Todesstoß

Die EU-Kommission rückt von ihren Biosprit-Zielen ab. Ob dies das Ende von E10 ist, hängt von der Regierung ab. Klar ist, dass die Grenzen bei Biokraftstoffen endlich sind. Die Hoffnungen ruhen nun auf Sprit aus Stroh.
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BerlinDer Weg vom Klimaretter zum Sündenbock war kurz. Nicht erst seit dem Vorstoß von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) für einen E10-Verkaufsstopp steht Biosprit in Deutschland am Pranger. Sämtliche Umweltverbände sprechen von einem teuren Irrweg. Nachdem die EU-Kommission jahrelang Pflanzensprit als Heilmittel im Kampf gegen zu hohe Treibhausgasausstöße im Verkehr gepriesen und gefördert hat, will sie nun den Geist wieder in die Flasche bekommen.

Klimakommissarin Connie Hedegaard und Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) haben einen Entwurf erarbeitet, der die 27 EU-Staaten zu einer Kehrtwende bewegen soll. Bisher lautet das Ziel, dass grüne Quellen - Biosprit, aber auch Ökostrom für Elektroautos - bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent im Verkehrssektor haben. Damit soll der CO2-Ausstoß in diesem Bereich um sechs Prozent gesenkt werden. Da der Elektroauto-Boom aber noch nicht in Sicht ist, hätte das Ziel wohl fast komplett mit Biokraftstoffen erfüllt werden müssen.

Derzeit beträgt der Anteil rund vier Prozent. Viel mehr könnte es nach den neuen Plänen aus Brüssel auch nicht mehr werden: Der Anteil von Biokraftstoffen aus Nahrungspflanzen soll nun auf fünf Prozent bis 2020 gedeckelt werden. Zudem könnte es ab 2020 keine Förderung mehr geben für Biosprit, der aus Rüben, Mais oder Getreide gewonnen wird und in Konkurrenz zu Anbauflächen für Lebensmittel steht. Im Oktober soll der Entwurf vorgestellt werden, bis Ende 2013 könnte es einen verbindlichen Beschluss für alle 27 EU-Staaten geben.

Für den ungeliebten Biosprit E10 könnte dies der Todesstoß sein, muss es aber nicht - dies hängt von der Reaktion der Bundesregierung ab. Wie die EU-Quote erreicht wird, ist Sache der Mitgliedsstaaten, Deutschland entschied sich für die Beimischung von erst fünf und dann von zehn Prozent Ethanol. E10 wurde 2011 eingeführt - auch weil die deutsche Autoindustrie so strengere CO2-Grenzwerte vermeiden konnte.

„Da Ethanol aus Sicht der Kommission im Schnitt eine etwas bessere Klimabilanz aufweist als Biodiesel und die 5-Prozent-Vorgabe noch nicht erreicht ist, ist bislang nicht abzusehen, dass E10 damit überflüssig wird“, betont der Bioenergie-Referent des NABU, Florian Schöne. Man müsse sich aber definitiv von der Illusion verabschieden, in großem Umfang fossile durch Biokraftstoffe ersetzen zu können.

Das Beispiel zeigt, dass die grüne Energiewende nicht ohne Tücken ist. Bestimmte Probleme waren nicht von Anfang absehbar, etwa die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion, was sich gerade bei Missernten und Rekordpreisen für Getreide nachteilig auswirkt. Da Deutschland fast die Hälfte der eingesetzten Ethanolbestandteile (Getreide, Rüben) importiert, hat der deutsche Biospritverbrauch immer auch internationale Auswirkungen. Zudem führt der steigende weltweite Fleischkonsum zu einem stark erhöhten Flächenbedarf für Futtermittel. Hinzu kommen die Klimaauswirkungen außerhalb der EU durch eine Abholzung von Regenwäldern für Agrosprit-Anbauflächen.

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  • Ohnehin überfällig, um nicht zu sagen der Ausdruck ethisch und moralische Ignoranz der EU-Aktivisten.

    Um klarzustellen, die EU ist für Europa wichtig und richtig. Es muss lediglich noch fixiert werden, in welchem Rahmen sich die EU-Aktivisten sich zu bewegen haben.

    Das Beispiel E10 ist und war ein weites Zeichen, der Missstände in der Denke der handelnden Personen der EU.

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