Bisher größte Zahl von Überläufern
Wieder nordkoreanische Flüchtlinge in Südkorea gelandet

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen hat Südkorea am Mittwoch eine Gruppe von mehr als 200 nordkoreanischen Flüchtlingen aus einem Drittland eingeflogen. Eine Chartermaschine mit knapp 230 Nordkoreanern an Bord landete nach Berichten des südkoreanischen Fernsehens auf dem internationalen Flughafen Incheon westlich von Seoul.

HB SEOUL. Erneut wurden gemäß einem Abkommen mit der betroffenen Regierung keine offiziellen Angaben über das Ausgangsland gemacht. Die Nordkoreaner wurden, wie schon am Vortag, als eine ähnliche Anzahl von Überläufern eingetroffen war, bei der Ankunft streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Es ist die bisher größte Zahl von Flüchtlingen aus dem kommunistischen Land, die in den kapitalistischen Süden der geteilten koreanischen Halbinsel gekommen sind. Die Gruppe der insgesamt etwa 460 Nordkoreaner hatte sich zuvor in einem südostasiatischen Land aufgehalten. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bemühte sich Seoul seit Mai um deren Ausreise, nachdem sich die Lebensbedingungen in überfüllten Unterkünften verschlechtert und zu großen Problemen wie Selbstmorddrohungen geführt hatten.

Zehntausende Nordkoreaner halten sich in China versteckt, wohin sie vor Hunger oder Verfolgung geflüchtet sind. Bei einer Abschiebung über die Grenze in ihre Heimat drohen ihnen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen Lagerhaft und Misshandlungen. Viele der Flüchtlinge hoffen deshalb, von China oder einem anderen Land in Asien aus, nach Südkorea zu gelangen.

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