Bodentruppen abgezogen
Türkische Artillerie greift im Nordirak an

Die türkische Armee hat ihre Offensive gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK mit Artillerieangriffen auf Ziele im Nordirak fortgesetzt. Die am Vortag eingesetzten Bodentruppen hätten sich aber fast vollständig in die Türkei zurückgezogen.

HB ERBIL/ISTANBUL. Dies verlautete am Mittwoch aus kurdischen und türkischen Sicherheitskreisen. Mehrere Dörfer in der Umgebung von Sadakan, rund zwölf Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, seien in der Nacht zum Mittwoch mit Granaten beschossen worden.

Der türkische Generalstab teilte mit, die Angriffe sollten ausschließlich der PKK gelten. Diese habe bei den Angriffen in den vergangenen Tagen schwere Verluste erlitten. Die türkische Militärführung bestritt Berichte, wonach zivile Dörfer und die Infrastruktur Ziel der Angriffe gewesen seien.

Am Mittwoch hatten sich die meisten der bis zu 700 in den Irak einmarschierten türkischen Soldaten wieder zurückgezogen. Einige der Soldaten seien aber zurückgeblieben, sagte ein kurdischer Sprecher in Erbil. Zu möglichen Opfern der Angriffe machte er keine Angaben. In den Städten des kurdischen Autonomiegebietes feierten die Menschen am Mittwoch trotz der türkischen Angriffe das islamische Opferfest Eid al-Adha.

Der Präsident des kurdischen Autonomiegebietes, Massud Barsani, bestätigte am Mittwoch offiziell, dass er „aus Protest gegen Washingtons Haltung zu den türkischen Angriffen“ am Vortag ein Treffen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice abgesagt hatte. Die Autonomieregierung teilte mit, das Treffen zwischen Barsani und Rice sei für Dienstag in Bagdad geplant gewesen. Die USA unterstützen die Türkei im Kampf gegen die PKK mit Geheimdienstinformationen.

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