Bolivien baut Infrastruktur aus
Milliardenhilfe aus China

Europas Einfluß in Lateinamerika schwindet. Dafür investiert China um so mehr. In Bolivien locken Rohstoffe wie Lithium. Der Boom der Elektroautos lässt die Preise bereits explodieren.

La PazIm Zuge der Investitionsoffensive in Lateinamerika will China Bolivien mit Krediten in Höhe von sieben Milliarden Dollar (6,1 Mrd. Euro) beim Ausbau des Straßen- und Eisenbahnnetzes helfen. Wie Präsident Evo Morales am Freitag (Ortszeit) mitteilte, sollen damit Fernstraßen gebaut, die Energieversorgung modernisiert und eine Bahnlinie nach Puerto Busch an der Grenze zu Brasilien realisiert werden, wo es große Eisenvorkommen gibt. Morales sieht in China einen wichtigen Partner.

Während Europa an Einfluss in der Region zu verlieren scheint, will China hier massiv investieren und unter anderem eine Eisenbahnlinie von Brasilien bis an den Pazifik nach Peru bauen, damit von dort Güter schneller nach China kommen. Wie Morales mitteilte, habe Staatspräsident Xi Jinping eine weitere Kreditlinie über zehn Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Chinesische Unternehmen sind bereits stark in dem Land tätig und haben auch ein Interesse, zum Beispiel bei der geplanten Lithiumförderung zum Zuge zu kommen.

Am Salzsee von Uyuni werden die weltweit größten Vorkommen vermutet, zumindest ein kleiner Teil soll gefördert werden. In Erwartung einer deutlichen Zunahme der Nachfrage nach Elektroautos liegt hier großes ökonomisches Potenzial, der Preis für Lithium-Karbonat ist von rund 2500 Dollar (2005) auf rund 6400 US-Dollar pro Tonne gestiegen.

Morales, der am kommenden Mittwoch der am längsten amtierende Präsident seit Erlangung der Unabhängigkeit 1825 sein wird, setzt stark auf einen Ausbau der Infrastruktur, auch dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Erdgassektor. La Paz soll bis 2018 das größte urbane Seilbahnnetz der Welt bekommen. Neben drei bestehenden Linien sollen sechs neue dazukommen und dann 1400 Kabinen zirkulieren. So wird der Talkessel von La Paz (3600 Meter) mit dem wenige Kilometer entfernt auf dem Altiplano (4000 Meter) liegenden El Alto verbunden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%