Boykott durch mehrere Gruppen
Irakische Nationalkonferenz von neuer Gewalt begleitet

Ungeachtet der wieder aufgeflammten Gewalt in der Schiitenstadt Nadschaf ist am Sonntag mit der ersten Sitzung der neuen irakischen Nationalversammlung ein weiterer Schritt zur Demokratisierung des Landes getan worden. Vor rund 1 300 Delegierten rief Übergangspräsident Ghasi el Jawer die Iraker dazu auf, sich mit aller Kraft für einen Sieg über den Terrorismus einzusetzen. Ohne Sicherheit seien ein Aufbau der Institutionen und die Abhaltung demokratischer Wahlen nicht möglich.

HB BAGDAD. Kurz nach der Zusammenkunft der politischen und religiösen Vertreter des Landes schlugen wenige Hundert Meter vom Tagungsort entfernt drei Granaten ein. Mindestens ein Mensch wurde nach Angaben des Innenministeriums getötet, 17 weitere wurden verletzt. Später wurde das Bagdader Zentrum von zwei Explosionen erschüttert, deren Ursache zunächst unklar war. In der schiitischen Widerstandshochburg Nadschaf flammten die Gefechte zwischen US-Truppen und der Miliz des radikalen Predigers Moktada al-Sadr neu auf, nachdem am Vortag Gespräche zur friedlichen Beilegung des Konflikts gescheitert waren.

Die für drei Tage angesetzte Nationalkonferenz, die unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfindet, soll den Weg zur weiteren Demokratisierung des Irak ebnen. Die Straßen rund um den Konferenzort in der so genannten Grünen Zone im Zentrum Bagdads waren gesperrt, um Anschläge zu verhindern. Am Rande der Grünen Zone schlugen Granaten in ein Taxi und eine Bushaltestelle ein. Die Konferenz ging jedoch planmäßig weiter.

Eine Hauptaufgabe der Versammlung dürfte die Auswahl von 100 Mitgliedern eines Nationalrates sein, der die Arbeit der Übergangsregierung bis zu den geplanten Wahlen im Januar überwachen soll. Der Rat wird zudem Gesetze mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit stoppen können und muss den Haushalt für das kommende Jahr beschließen.

„Ihre Anwesenheit hier am heutigen Tage ist die größte Kampfansage an die Kräfte des Bösen, die dieses Land auseinander reißen wollen“, sagte Ministerpräsident Ijad Allaui in seiner Eröffnungsrede. „Das Ende des Weges ist noch nicht erreicht, aber dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur Demokratie.“ Die Konferenz sollte ursprünglich am 31. Juli beginnen. Zur besseren Vorbereitung war sie allerdings auf Drängen der Vereinten Nationen (UN) verschoben worden.

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